Im Zuge zunehmenderen Impfdrucks und der Warnung vor einer Ansteckung mit Corona stellt sich immer mehr die Frage, ob es Alternativen gibt und wenn ja, welcherart Alternativen wirklich erprobt und auch durch klinische Studien belegt wären.

Aktuell wird die Frage diskutiert, wie ansteckend und wie gefährlich die Omikron-Variante des Coronavirus sei. Unter dem Titel: „Warum die schnelle Ausbreitung von Omikron ein Grund für (vorsichtigen) Optimismus sein könnte“ schreibt Stern am 04.01.2022: „Omikron breitet sich rasend schnell aus und könnte Delta bald als vorherrschende Corona-Variante ablösen. Warum das möglicherweise sogar eine gute Nachricht ist, zeigen neue Studienergebnisse zum Krankheitsverlauf.“ Es „mehren sich die Hinweise darauf, dass sich Omikron zwar wesentlich schneller verbreitet als Delta, aber eben auch weniger schwere Fälle verursacht. Eine Erklärung, warum das so ist, bietet die Studie eines Forscherteams aus den USA und Japan, welche bisher erst als Preprint veröffentlicht wurde.“

Am 23.12.2021 veröffentlichte Zeit online Untersuchungsergebnisse aus Südafrika und Großbritannien. Diese legen ebenfalls nahe, dass Omikron zwar ansteckend ist, die Verläufe aber ungefährlicher verlaufen. Wie der Standard am selben Tag berichtete, „gehen Fachleute davon aus, dass bis zu 70 Prozent der Südafrikaner bereits mit dem Coronavirus infiziert waren und deshalb eine gewisse Immunität haben – in Deutschland sind das nur rund zehn Prozent.“ Da, wie die Deutsche Welle am 17.12.2021 schreibt, in Südafrika nur 31 Prozent der Menschen geimpft sind, ist es nicht die Impfung, die vor der Omikron-Variante schützt, sondern der Genesenenstatus.

Sind diese Daten auf Mitteleuropa übertragbar? Sie sind es, wie eine von Florian Deisenhammer geleitete Studie der Uni-Klinik Innsbruck belegt. „Eine an der Innsbrucker Universitätsklinik durchgeführte Studie kommt zum Schluss, dass Corona-Genesene eine stabile Langzeitimmunität aufweisen. Die Ergebnisse decken sich mit internationalen Erkenntnissen. Es bestehe ferner kein Grund zur Sorge vor einer abermaligen Infektion, Mutationen oder einer Übertragung durch Immune, erklärte Studienleiter Florian Deisenhammer im APA-Interview“. Darüber informiert die Tiroler Tageszeitung unter der Überschrift: „Innsbrucker Antikörperstudie belegt konstante, stabile Immunität“.

Die Studie decke sich mit internationalen Studien über Corona-Langzeitimmunität. Laut Deisenhammer wäre es sinnvoll, „‚wenn diejenigen, die sich impfen lassen wollen, zunächst auf bereits vorhandene Antikörper getestet werden“‘ würden. „In aller Regel sei die durchgemachte Erkrankung aus Immunisierungssicht viel wirksamer als eine Impfung.“

Somit bleibt festzuhalten, dass eine Immunisierung durch eine überstandene Coronaerkrankung derjenigen einer Impfung auf jeden Fall vorzuziehen ist. Ist der Verlauf von Omikron überwiegend mild, kann eine Ansteckung eines größeren Teils der Bevölkerung zu der gewünschten Herdenimmunität führen. Diese Schlussfolgerung zieht auch Deisenhammer, indem er abschließend daran appeliert, „den SARS-CoV-2 Immunitätsstatus künftig in die Praxis zu implementieren. So sei etwa im Bereich größerer Cluster wie etwa in Ischgl, in Verteilerzentren oder der Fleischindustrie, von einer lokalen ‚Herdenimmunität‘ auszugehen.“

Natürlich hinterfragen diese Ergebnisse die immer stärker forcierte Impfpflicht. Diese erscheint immer mehr die Folge wirtschaftlicher und politischer Entscheidungen. Deisenhammer dagegen fordert, dass in „Situationen, in denen rezente negative PCR-Befunde verlangt werden“, auch der „wesentlich nachhaltigere Antikörper-Befund akzeptiert werden“ solle. „Ferner seien immune Personen ‚besonders in exponierten Bereichen sicher einsetzbar.“

StpH, 04.01.2022

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