Das Ende der Werte des Westens
Zwischen den letzten „News im Licht der Bibel“ und den ersten im noch neuen Jahr liegt ungefähr ein Monat. Nicht viel, möchte man meinen. Doch die Geschehnisse rund um den Jahreswechsel verändern den Blick auf diese Welt radikal. Weshalb?

Am Abend des 2. Januar 2026 um 22:46 Uhr gibt Trump das Zeichen zum Angriff. Es ist einer der außergewöhnlichsten Einsätze in der US-Geschichte: In der Nacht zum Samstag greifen die USA Venezuela an und nehmen Staatspräsident Maduro und seine Frau Cilia Flores gefangen. US-Präsident Donald Trump ist von seinem Anwesen Mar-a-Lago aus live dabei: ‚Wie eine Fernsehshow‘ sei es gewesen, sagt er später dem US-Sender Fox News. Ab jetzt werden die USA Venezuela übernehmen, „bis ein ‚sicherer, ordnungsgemäßer und vernünftiger Übergang gewährleistet werden kann‘“, zitiert die BBC Donald Trump. „‚Wir werden unsere sehr großen US-Ölkonzerne – die größten weltweit – dorthin schicken, damit sie Milliarden von Dollar investieren, die stark beschädigte Infrastruktur, insbesondere die Ölinfrastruktur, reparieren und damit beginnen, Geld für das Land zu erwirtschaften.‘“ Das südamerikanische Land hat Rohöl im Bereich von etwa 300 Milliarden Barrel, was etwa 20% der weltweiten Ölressourcen ausmacht, und ist somit das Land mit den größten Erdölreserven der Welt. Wie immer treten die USA gerne dort in Erscheinung, wo es auch etwas zu holen gilt, sei es Iran, Irak, Libyen oder eben Venezuela.
Die Gefangennahme Maduros „ist der Höhepunkt einer eskalierenden Druckkampagne“ gegen Venezuela in den letzten 12 Monaten. Seit September hätten die USA mehr als 30 Angriffe auf Boote gestartet, die angeblich für den Drogenhandel im Pazifik und in der Karibik verwendet wurden, und mehr als 100 Menschen wurden dabei getötet. „Die Trump-Regierung hat die Angriffe als Angriffe gegen Terroristen beschrieben, die versuchen, Fentanyl und Kokain in die USA zu bringen, aber sie hat keine Beweise für diese Behauptung geliefert. […] Anti-Narkotik-Experten haben Venezuela auch als relativ kleinen Akteur im globalen Drogenhandel beschrieben, hauptsächlich als ein Land, durch das Drogen, die anderswo produziert werden, geschmuggelt werden“, berichtet die BBC weiter. Maduro und First Lady Flores sind im südlichen Bezirk von New York angeklagt worden. „Das Paar wurde wegen Verschwörung zum Drogen-Terrorismus und Kokain-Import, des Besitzes von Maschinengewehren und zerstörerischen Geräten und der Verschwörung zum Besitz von Maschinengewehren und zerstörerischen Geräten gegen die USA angeklagt.“ Maduro bestreitet das und beschuldigt die USA, den Krieg gegen Drogen „als Ausrede zu verwenden, um […] die riesigen Ölreserven Venezuelas in die Hände zu bekommen.“
Nun ist man es gewohnt, dass die USA irgendwo eingreifen, um Geschicke nach eigenem Gutdünken zu lenken. Die Welt ist voll von Amerikas gesteuerten Revolutionen und erzwungener Regimewechsel. Bisher wurde sich aber zumeist ein moralisches Mäntelchen umgehängt und irgendein Grund erfunden, warum die USA trotzdem die Guten seien. So galt der Einmarsch der Amerikaner in Afghanistan als Kampf gegen Al-Qaida im Gegenzug für die Anschläge vom 11. September 2001, wie die deutsche Gesellschaft der Vereinten Nationen nahelegt. Es war von der „Wertegemeinschaft des Westens“ die Rede, einer internationalen Gemeinschaft, die „vor allem in Europa eine Idee vom Zusammenleben der Menschen und Völker sei“, wie die Bundesregierung einen Beitrag des damaligen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel für die WELT aus dem Jahr 2024 zitiert. „Diese Idee stelle das Gemeinwohl über das Einzelinteresse und die Zusammenarbeit über einseitige Machtausübung.“ „Der Westen“ habe für sich das universelle Versprechen der Freiheit und Gleichheit des Einzelnen, der Achtung der Menschenrechte und des Rechts auf demokratische Teilhabe in Anspruch genommen. „Geschützt durch geschriebene oder ungeschriebene Verfassungen und die Herrschaft des Rechts.“
Mit ihm wurde, auch wenn es völkerrechtswidrig war, das Eingreifen der Nato in den Jugoslawienkonflikt gerechtfertigt. Mit diesen Werten wurden die horrenden Milliardenbeträge begründet, die seit 2020 in die Ukraine geflossen sind. Mit den westlichen Werten von Demokratie und Freiheit und dem Märchen von der freien Selbstbestimmung der Länder wurden auch die Hunderttausende von Toten im Russland-Ukraine-Konflikt akzeptiert, denn wenn der Westen nicht eingegriffen hätte, wäre der Konflikt längst beendet gewesen, wenn auch nicht im Sinne des Wertewestens. Mit moralischen Werten wurden die 75.000 Toten im Krieg Israels gegen Gaza gerechtfertigt, denn immerhin hatten die Palästinenser ja Israel zuvor angegriffen, und schließlich habe Israel das Recht zur Selbstverteidigung. Ständig wurde wiederholt: Wir sind die Guten, die anderen sind die Bösen.
Trump jedoch verzichtet bei seinem Vorgehen in Venezuela von vornherein vollständig auf jedes moralische Mäntelchen, auf jeden auch noch so fadenscheinigen Rechtfertigungsversuch, sondern spielt alle seine Karten mit brutaler Offenheit und Ehrlichkeit aus. Wir tun es, weil wir stark genug sind, weil wir mächtig genug sind, weil wir es wollen und auch können. Punkt.
Interessant ist: Der Wertewesten schweigt. Hier und da leise, vorsichtige und ängstliche Protestversuche sind selten und setzen sich nicht durch. Die FAZ hat Stimmen gesammelt: Demnach jubeln selbst linke Blätter wie die Washington Post, sonst Hüter der westlichen Scheinmoralität, Trump zu: „‚Dies ist ein bedeutender Sieg für amerikanische Interessen‘, heißt in dem viel beachteten Leitartikel. Der Coup in Venezuela sende eine wichtige Botschaft an andere Diktatoren in Südamerika: ‚Trump zieht es durch.‘ Sein Amtsvorgänger Joe Biden habe den abgesetzten Präsidenten Maduro hingegen mit seiner Schwäche ermutigt, ‚die Wahl von 2024 zu stehlen‘.“
Nicht alle loben Trump. „Indem er ohne jeden Anschein internationaler Legitimität, ohne juristische Autorität und ohne innenpolitische Unterstützung vorging, riskiert Mr. Trump die Rechtfertigung für Autokraten in China, Russland und anderswo, die ihre Nachbarn dominieren wollen“, wird die New-York-Times zitiert. Und der New Yorker schreibt über die Argumentation Trumps: „Putin hat ein ganz ähnliches Argument gegen Selenskyj ins Feld geführt.“ Allerdings ist das weit entfernt von einer geschlossenen Distanzierung inklusive von Sanktionen, wie das beispielsweise im Ukrainekonflikt zu sehen war.
Fox News dagegen zelebriert „die ‚Wiederherstellung von Amerika als einziger Weltmacht‘ durch die ‚Donroe- Doktrin‘ – Trumps Verballhornung der Monroe-Doktrin von 1823, die bekräftigte, dass die Vereinigten Staaten das Sagen in Nord- und Südamerika hätten. […] Das internationale Völkerrecht sei „frei erfunden, was wir wissen, weil kein Amerikaner je für internationales Recht gestimmt hat. […] In der realen Geopolitik ist Macht die eigentliche Autorität. Wir haben Maduro gestürzt, weil wir es vermochten, und Russland und China würden dasselbe tun, wenn sie ebenfalls Supermächte wären.“ Die Donroe-Doktrin besagt: Wir haben die Macht über die gesamte Welt. Amerika First. Trump First.
Das ist, bei allem Schrecken, erfrischend ehrlich. Es wird gesagt, was Sache ist. Kein moralisches Mäntelchen, keine heuchlerische Entrüstung. Amerika lässt seine Maske freiwillig fallen, zum Entsetzen seiner vorgeblichen Verbündeten, die gewohnt sind, nicht offen, sondern verdeckt zu operieren. Mit der gleichen Offenheit und brutalen Ehrlichkeit erhebt Trump Anspruch auf Grönland, auf ein Gebiet, was zu einem Partner der NATO gehört, einem Mitglied der westlichen Wertegemeinschaft. Die Werte, sowieso „frei erfunden“, sind dahin. Die Wertegemeinschaft liegt auf dem Sterbebett der Geschichte. Sie „werden nicht aneinander halten“, schrieb Daniel, vom Geist Gottes getrieben, schon vor 2.600 Jahren über den Wertewesten.
Denn die neue Offenheit Amerikas trifft auf eine anderen Offenheit: Die Offenheit des Wortes Gottes, die Offenheit des letzten Buches der Bibel, der Offenbarung des Johannes. Dieses Buch nämlich legt offen und macht deutlich, dass all dies, was jetzt geschieht, genau so kommen muss. Es ist ein besonderes Vorrecht, in einer Zeit leben zu dürfen, in der sich so gut wie alle Prophezeiungen der Bibel bereits erfüllt haben. Und eine der wichtigsten Prophezeiungen der Bibel von der Macht, die so auftritt, dass keiner zu widersprechen vermag und alle nachfolgen (Offenbarung 13), erfüllt sich jetzt vor unseren Augen. Wir sind Zeitzeugen eines der wichtigsten Geschehnisse kurz vor der Wiederkunft Jesu. Im Gegensatz zum Völkerrecht ist die Bibel verlässlich. Sie ist Gottes Wort. Und Gott hält, was er verspricht. Komme, was da wolle, am Ende kommt Jesus Christus wieder, als König und Befreier Seiner Kinder.
Im Vertrauen zu diesem Gott, der einerseits die Geschicke dieser Welt als in Seinen Händen hält, sich aber auch Ihrer persönlichen Sorge und Nöte annimmt, wünschen wir Ihnen von Amazing Discoveries ein frohes und gesegnetes 2026.
StpH, 13.01.2026