Deutschland: Pfarrer Michaelis fordert „gewissensgeleiteten Gehorsam“

Der Evangelische Pfarrverein im Rheinland kritisiert den aus seiner Sicht beschämenden Umgang mit dem früheren Vorsitzenden des Thüringer Pfarrvereins, Pfarrer Martin Michaelis (Quedlinburg). Darüber berichtet IDEA am 1. Dezember 2023. Im März 2022 war Michaelis von seinem Amt als Vorsitzender der Pfarrergesamtvertretung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands entbunden worden. Einen Monat später wurde er als Vorsitzender des Thüringer Pfarrvereins abgewählt.

Laut IDEA war der Grund dafür eine Andacht, welche von Michaelis im Dezember 2021 im thüringischen Sonneberg bei Protesten gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen gehalten worden war.

„Darin hatte er unter anderem aus dem ‚Augsburger Bekenntnis‘ von 1530 zitiert, in dem es heißt, dass die Christen ‚der Obrigkeit untertan‘ und deren Geboten und Gesetzen gehorsam sein sollten, sofern es ohne Sünde geschehe: ‚Wenn aber der Obrigkeit Gebot ohne Sünde nicht befolgt werden kann, soll man Gott mehr gehorchen als den Menschen.‘“

Daraufhin sei Michaelis vorgeworfen worden, zum Ungehorsam gegen den Staat aufgerufen zu haben. Michaelis entgegnete, zu einem „gewissensgeleiteten Gehorsam“ aufgefordert zu haben.

Michaelis: Gegen staatliche und kirchliche Infektionsschutzregeln positioniert

Gemäß mdr hatte Michaelis

„während der Covid-Pandemie viel Kritik auf sich gezogen und Rückhalt in der Pfarrschaft und der EKM verloren. Er hatte sich öffentlich gegen staatliche und kirchliche Infektionsschutzregeln positioniert, unter anderem mit offenen Briefen. Auch stellte er sich gegen das EKM-Kirchenparlament, das Impfen zur Pandemiebekämpfung in einem Beschluss mehrheitlich als ‚aktive christliche Nächstenliebe‘ bezeichnet hatte.“

Rehabilitation für Michaelis gefordert

Nun forderte der Vorsitzende des rheinischen Pfarrvereins Maurer, die Rehabilitation von Martin Michaelis, der mit seinem mutigen Engagement über die Landesgrenzen Thüringens hinaus für Aufsehen gesorgt hatte. Ob dem damit Genüge getan ist, dass Michaelis, wie mdr und Tagesschau berichten, bald eine Pfarrstelle in Sachsen-Anhalt antreten werde, sei dahingestellt.

Paulus: Menschen nicht nach dem Mund reden

Paulus schreibt in Galater 1,10:

„Rede ich den Menschen nach dem Munde, oder geht es mir darum, Gott zu gefallen? Erwarte ich, dass die Menschen mir Beifall klatschen? Dann würde ich nicht länger Christus dienen.“

Pfarrer Michaelis hat bewiesen, dass es ihm nicht um den Beifall der Menschen ging, als er nicht schwieg, sondern sich für das einsetzte, was er seinem Gewissen nach für das Rechte hielt – auch wenn ihm dadurch zwei verantwortungsvolle Ämter aberkannt wurden und viel Gegenwind entgegenwehte. Diese Haltung ist eine wahrhaft christliche Haltung, die Gott gefällt und Vorbild für jeden Nachfolger Christi sein kann.

StpH, 05.12.2023


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