In einer Meldung vom 16. April dieses Jahres warnten wir davor, Kinder zu Zeiten der Corona-Krise einfach vor Bildschirmen zu „parken“ und appellierten gleichzeitig an alle Eltern, stattdessen persönlich Zeit miteinander zu verbringen. Schon damals war ersichtlich, dass die Fernsehquoten von Kinderkanälen einen deutlichen Anstieg verbuchen würden. Einer neuen Studie zufolge, die kürzlich von der Krankenkasse DAK Gesundheit veröffentlicht wurde, sind es besonders die Onlinespiele, die Kinder und Jugendliche zur Zeit des Lockdowns ganz intensiv an die Bildschirme fesseln.

Aus der Studie geht hervor, dass unter den Zehn- bis 17-Jährigen die durchschnittliche Verweildauer in Onlinespielen zu dieser Zeit um satte 75 Prozent anstieg. Auch bei der Nutzungsdauer der sozialen Medien war ein Anstieg von 66 Prozent zu verzeichnen. Die Forscher des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, die die Studie durchführten, haben dabei Erhebungsdaten von 1200 Familien verglichen. Die zeitlichen Bezugspunkte waren hierfür der September des vergangenen Jahres sowie der April 2020.

Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK, reagiert besorgt auf die Entwicklungen:

„Die ersten Zwischenergebnisse unserer neuen Studie „Mediensucht 2020“ sind alarmierend. Nach dem neuen ICD-11 Schlüssel ist das Gaming bei fast 700.000 Kindern und Jugendlichen riskant oder pathologisch. Ähnlich problematisch ist die Nutzung von Social-Media. Die Covid-19-Krise kann die Situation zusätzlich verschärfen.“

Die teils verheerenden Folgen des übermäßigen Gebrauchs digitaler Medien sind mehrfach belegt worden. Es ist von besonderer Wichtigkeit, unsere Kinder vor diesen Langzeitschäden zu schützen.

Ohne Frage kann die Kinderbetreuung viele Eltern überfordern; und gerade in Zeiten von Homeoffice und noch immer nicht durchgängig geöffneten Schulen ist es eine große Herausforderung für viele Eltern, neben ihren beruflichen und diverser anderer Pflichten auch ihren Kindern die nötige Zeit zu widmen. Dennoch ist es wünschenswert, wenn nicht gar unerlässlich, dass das Wohl der eigenen Kinder eine besonders hohe Priorität im Leben der Eltern einnimmt. Die Zeit, die Kinder vor den Bildschirmen verbringen, könnte durch gemeinsame Zeit mit ihren Eltern bei weitem besser genutzt sein. Nehmen sich Eltern Zeit für ihre Kinder, dann wird das die Bindungen innerhalb der Familie stärken – und Eltern wie auch Kinder werden langfristig die Frucht der gewissenhaften Erziehungsarbeit genießen dürfen.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentare auf dieser Website sollen für nachfolgende Besucher von Nutzen sein. Unsere ganz subjektiven Moderatoren mögen daher Beiträge, die zum Thema passen, kultiviert sind und Lesewert mitbringen.