Echter Optimismus – gut für das Wohlergehen

Mitte 2022 wurde in verschiedenen Medien auf eine kürzlich veröffentlichte Studie des renommierten Journal of the American Geriatrics Society hingewiesen, die bestätigt, wie wichtig Optimismus und eine positive Lebenseinstellung für eine gute Gesundheit und das Erreichen eines hohen Lebensalters sind. Da seitdem die Wucht der täglich auf uns einprasselnden Negativmeldungen nicht nachgelassen hat, sind die Ergebnisse dieser Studie aktueller denn je.

Das Besondere an dieser Studie war, dass sie den Zusammenhang zwischen Optimismus und Langlebigkeit in verschiedenen Bevölkerungsgruppen bewertete. „Höherer Optimismus war mit einer längeren Lebensspanne und einer größeren Wahrscheinlichkeit verbunden, eine außergewöhnliche Langlebigkeit zu erreichen, sowohl insgesamt als auch in allen rassischen und ethnischen Gruppen“, so die Schlussfolgerung der Studie. Überraschend: Der Beitrag anderer Lebensstilfaktoren zu diesen Zusammenhängen fiel im Vergleich zur Bedeutung einer grundsätzlich optimistischen Lebenseinstellung eher bescheiden aus, auch wenn er laut Studienleiterin Hayami Koga ebenfalls wichtig ist.

Insgesamt zeigte sich, dass eine optimistische Lebenseinstellung die Lebenserwartung um bis zu 5,4 Prozent erhöhen kann. „Gemessen am derzeitigen Durchschnittsalter der amerikanischen Bevölkerung, die bei 81,2 Jahren liegt, sind das immerhin 4,4 Jahre“, rechnete MDR vor.

Für die Langzeitstudie der Women‘s Health Initiative, der US-amerikanischen Initiative für Frauengesundheit, wurden laut Business Insider zwischen 1993 und 1998 mehr als 159.000 Frauen registriert und bis zu 26 Jahre lang beobachtet. „Das Ziel war es, die Auswirkungen einer optimistischen Lebenseinstellung auf unsere Gesundheit zu untersuchen. Die Teilnehmerinnen waren zu Beginn der Studie zwischen 50 und 79 Jahre alt. Während des Testzeitraums verstarb ein Großteil der Teilnehmerinnen. Mithilfe eines sogenannten Lebensorientierungstests ermittelten die Wissenschaftler, wie optimistisch die Frauen durchs Leben gehen. Dazu sollten sie einen Fragebogen zu ihrer Grundmotivation im Alltag, ihrer Energie und der Motivation zu körperlicher Bewegung ausfüllen.“ Außerdem wurde gefragt, ob die Teilnehmerinnen für etwas „brennen“ würden, wie sie sich Ziele setzten, wie sie mit negativen und scheinbar aussichtslosen Situationen umgingen und wie leicht es ihnen falle, andere zu motivieren. „Anschließend verglich das Forschungsteam den Optimismus-Score mit dem erreichten Alter der Frauen. Dabei wurden sowohl ihre Krankheitsgeschichte als auch der Lebensstil (Ernährung, Sport und Bewegung, Rauchen) und Bildungsstand berücksichtigt.“

Das Ergebnis: Abgesehen davon, dass die 25 Prozent der Frauen, die am optimistischsten eingeschätzt wurden, im Durchschnitt 5,4 Prozent länger lebten als ihre Altersgenossinnen am unteren Ende der Skala, war bemerkenswert, „dass eine optimistische Grundeinstellung mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einhergeht, 90 Jahre oder älter zu werden.“

„‚Wir neigen dazu, uns auf die negativen Risikofaktoren zu konzentrieren, die unsere Gesundheit beeinträchtigen‘“, wird die Studienleiterin Hayami Koga zitiert. „‚Es ist aber auch wichtig, über die positiven Ressourcen wie Optimismus nachzudenken, die sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken können. Dennoch ist auch ein allgemein gesunder Lebensstil von Bedeutung, um langsam und zufrieden zu altern.‘“

Zu einem ähnlichen Ergebnis war bereits 2019 eine Studie der Boston University School of Medicine gekommen. Laut Business Insider befragte das Team um Lewina Lee, Assistenzprofessorin für Psychologie, 70.000 Krankenschwestern und fast 1.400 Veteranen nach ihrem Optimismus. „Das Ergebnis war eindeutig: Die Chance, 85 Jahre oder älter zu werden, war in der Gruppe der stärksten Optimistinnen um 50 Prozent höher als bei den Teilnehmerinnen mit dem ausgeprägtesten Pessimismus.“ Bei den Männern habe der Unterschied sogar bei 70 Prozent gelegen.

Kann man eine positive Lebenseinstellung erlernen? Glücklicherweise ja. „In ihrem Forschungsbericht legten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Boston University nahe, dass Optimismus zum Teil genetisch bedingt ist, aber mit bestimmten Methoden und Therapien auch erlernt werden kann. Allen Optimisten sei gemein, dass sie sich kleine Ziele setzten und das Gefühl hätten, diese auch erreichen zu können“, zitiert der Business Insider.

Wenn man bedenkt, dass das Gehirn trotz seines geringen Gewichts von nur zwei Prozent im Vergleich zur übrigen Körpermasse für 20 Prozent des Stoffwechsels verantwortlich ist, kann man sich vorstellen, welchen Einfluss die Gedankenwelt auf das übrige Wohlbefinden hat.

Dabei geht es nicht um ein aufgesetztes Dauergrinsen. In diesem Zusammenhang hat GEO in einer Studie mit Studenten auf Folgendes aufmerksam gemacht: „Wenn man als Person einen Verlust erlebt und dann nur gesagt bekommt, man solle an etwas Positives denken, ist das nicht hilfreich. In den sozialen Medien und im Umfeld findet da eine unglaubliche Vereinfachung und Übergeneralisierung von optimistischer Lebenshaltung statt“.

Noch besser und tragfähiger ist da ein echtes Gottvertrauen. Schwierigkeiten werden dann nicht „weggelächelt", sondern können gemeinsam mit einem lebendigen, starken und helfenden Gott bewältigt werden.

Vor mehr als 140 Jahren schrieb Ellen Gould White: „Indem wir auf Jesus schauen und Seinen Verdiensten vertrauen, werden wir mit Licht, Frieden und Freude im Heiligen Geist gesegnet. […] Lasst uns darum nicht die unschönen Bildern sammeln und in den Sälen unseres Gedächtnisses aufhängen – das Böse, Verdorbene, Enttäuschende, all die Beweise satanischer Macht –, und lasst uns nicht darüber reden und jammern, bis wir ganz mutlos geworden sind.“ (Testimonies, Band 5, Seite 744, geschrieben zwischen 1881 und 1889.)

Paulus beschrieb es so: „Im Übrigen, ihr Brüder, alles, was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was wohllautend, was irgendeine Tugend oder etwas Lobenswertes ist, darauf seid bedacht!“ (Philipper 4,8)

StpH, 08.03.2023, 07:03 Uhr


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