Akribisch hatte Paris sich auf diesen Tag vorbereitet. Anlässlich des Nationalfeiertags warf sich die französische Hauptstadt am 14. Juli 2019 mächtig in Schale. Mit einer spektakulären Militärparade und prominentem Besuch aus Deutschland erregten die Feierlichkeiten europaweite Aufmerksamkeit.

Neben EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg begrüßte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auch Bundeskanzlerin Angela Merkel als Ehrengast in Paris. Dort erlebten die Regierungschefs wie auch zahlreiche Medienvertreter für rund zwei Stunden ein wahres Militärspektakel: Kampfhubschrauber, Armeeroboter und ein mit Düsenantrieb versehener Soldat, der über den Champs-Élysées durch die Luft schwebte.

Der Nationalfeiertag stand ganz im Zeichen der europäischen Verteidigungspolitik. Nicht nur demonstrierte Macron mit der imposanten Militärschau europäische Schlagkraft. Er hatte auch am Vortag angekündigt, ein militärisches Weltraumkommando aufbauen zu wollen, das bereits ab September die französische Luftwaffe ausweiten soll.

Die jährlich stattfindende Militärparade im Herzen der Pariser Innenstadt genießt eine lange Tradition. Mit ihr wird Jahr für Jahr am 14. Juli des Sturmes auf die Bastille gedacht, der allgemein als Auftakt der Französischen Revolution von 1789 gilt und sich in diesem Jahr zum 230. Mal jährte. Da mit der Französischen Revolution sowohl die Abschaffung des feudalistischen Staatsapparats und der Ständegesellschaft als auch die Propagierung verschiedener Grundrechte einhergingen, werden die Errungenschaften der Revolution in der Regel positiv bewertet.

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Unerwähnt bleibt zumeist, dass die Jahre der Revolution zu den blutigsten der europäischen Geschichte gehören. Dabei bildete nicht einmal der gewaltsame Beginn im Jahr 1789 den Höhepunkt, sondern die sogenannte Terrorherrschaft der Jakobiner in den Jahren 1793 / 94. Moderate Schätzungen gehen von 2-300 000 Todesopfern aus, darunter etwa 50 000 Hinrichtungen. Auch der niedergeschlagene Aufstand der königstreuen Vendée ab 1793 endete in einem Blutbad und zählte bis zu 300 000 Ermordete. Am Ende war Paris in Blut getränkt und ganz Frankreich in Angst und Schrecken versetzt. Eine furchtbare Bilanz! Wie hatte es in einem zivilisierten Land Europas so weit kommen können?

Frankreichs furchtbares Schicksal hat eine lange Vorgeschichte. Durch Johannes Calvin und viele andere war die reformatorische Botschaft im 16. Jahrhundert auch nach Frankreich gelangt. Doch Frankreich lehnte den Protestantismus schließlich kategorisch ab. Obwohl schon seit Beginn der Reformation das Blut vieler Protestanten vergossen worden war, bleibt historisch beispiellos, was 1572 in Paris geschah. In der sogenannten Bartholomäusnacht veranlasste der französische König die hinterhältige Ermordung aller Anhänger der Reformation, die in Paris wohnten. Zu Tausenden wurden Protestanten ohne Vorwarnung kaltblütig erschlagen. Zwei Monate dauerte der Terror; Zehntausende fielen dem Massaker zum Opfer.

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Trotz der Ablehnung des Protestantismus blieb Frankreich dem katholischen Christentum lange treu. Im Zuge der Revolution von 1789 jedoch verbannte man angesichts der Untaten der katholischen Kirche jede Form von Religion aus dem öffentlichen Leben. Nun regierte der Atheismus das Land. Gegen Gottes Wort wurde ein systematischer Kampf geführt. Bibeln wurden verbrannt, Christen geächtet. Glaubensakte wie die Taufe oder das Abendmahl wurden verboten. Der von Gott bei der Schöpfung eingesetzte Sieben-Tage-Rhythmus wurde abgeschafft und stattdessen eine Zehn-Tage-Woche eingeführt.

Es ist kein Zufall, dass die heute so gelobte Französische Revolution mit ihrer unverhohlenen Gottesleugnung in eine Aneinanderreihung blutiger Gräueltaten mündete. Hier wird ein erschreckendes Beispiel geboten, was mit einem Land passiert, das die Grundwerte und sinnvollen Grenzen des biblischen Glaubens verwirft. Nimmt die Gottlosigkeit überhand, verlieren die Menschen den Schutz gegen die schlimmen, in ihrem Herzen verborgenen Leidenschaften. Werfen Sie Gottes Gesetz nicht über Bord! Richten Sie sich nach Seinem Wort. Die biblischen Grundsätze und Richtlinien dienen nicht nur dem persönlichen Wohlergehen, sondern auch einem geordneten und friedlichen Zusammenleben als Gesellschaft – damit die erschreckende Geschichte der Französischen Revolution sich niemals wiederholt.

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