16. Februar 2016, ktfnews.com, Betsy Mayer

Die britische Behörde für menschliche Befruchtung und Embryologie (Human Fertilisation and Embryology Authority, HFEA) hat einem Forscher des Francis-Crick-Instituts die Erlaubnis erteilt, mit der Keimbahn menschlicher Zellen zu arbeiten – „mit der DNA eines Embryos in einem derart frühen Entwicklungsstadium, dass die daraus entstehenden Zellen ihre Erbinformation … an die nächste Zellgeneration weitergeben“, berichtete das Time-Magazin vor Kurzem. Die HFEA verlangt, dass diese Embryos nach 14 Tagen vernichtet werden; diese Zeit ist für wissenschaftliche Beobachtungen ausreichend.

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Die Forscher verwenden CRISPR, eine neue Technik der Genmanipulation, mit der sie die Gene für HIV herausschneiden, Sichelzellenanämie korrigieren und Krebszellen anfälliger für Chemotherapie machen können. Frühere Techniken der DNS-Veränderung wurden als „ungenau und unzuverlässig“ beschrieben; die CRISPR-Technologie dagegen entwickelte sich schnell zur „Präzisionsklinge.“ Trotz weiter Verbreitung und leichter Anwendung waren Genetiker bisher aus ethischen Gründen abgeneigt, menschliche Embryos zu verwenden. „CRISPR erschließt ganz neue Möglichkeiten der Kontrolle über das menschliche Erbgut“, sagte Mary-Claire King, Genetikerin und Entdeckerin des BRCA1-Krebsgens.

Im Vereinigten Königreich ist es illegal, einer Frau einen genveränderten Embryo einzupflanzen. Alle Untersuchungslabore sowie alle privaten und öffentlichen IVF-Kliniken stehen unter der Aufsicht und Kontrolle der HFEA. Verstöße können mit Geld- und Freiheitsstrafen geahndet werden. „Solange man die Zustimmung der HFEA hat, braucht man sich keine Sorgen um Regelverstöße zu machen“, sagte der Forscher Lovell-Badge vom Crick-Institut.

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Robin Lovell-Badge

Kliniken für künstliche Befruchtung in den USA und vielen anderen Ländern sind nicht an derartige Regeln gebunden und könnten theoretisch CRISPR anwenden und werdenden Eltern ein „Baby nach Wunsch“ versprechen. Lovell-Badge fügte hinzu: „Das macht mir richtig Angst. Man stelle sich vor, irgendein egoistischer Mensch, sei es ein Patient oder Kliniker, möchte der Erste sein, der so etwas macht.“

In den Händen uneigennütziger Menschen ist Technologie ein großer Segen. Wenn Selbstsucht und Sünde zunehmen, kann eine Technik wie CRISPR aber auch viel Leid hervorrufen.

In der Zeit vor der Sintflut experimentierten die Menschen mit der Genetik, um „Super-Wesen“ zu erschaffen und verschiedenes Erbgut miteinander zu kombinieren. Hitler führte Experimente mit dem menschlichen Erbgut durch, um eine Super-Rasse zu schaffen. Andere haben verschiedenste Methoden versucht, um das menschliche Erbgut zu verbessern und medizinische Anomalien zu verhindern.

In der Endzeit werden Experimente mit dem menschlichen Erbgut erneut Bestandteil wissenschaftlicher Untersuchungen sein – mit der Begründung, der Menschheit damit zu nützen. Doch bleibt die Frage, wie man die neuen technischen Möglichkeiten später einmal nutzen wird.

Quellen:
„GM Humans?“, Betsy Mayer
ktfnews.com, 16. Februar 2016

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