10. März 2016, advindicate.com, Brody Woodard

„Nicht die Vereinigten Staaten von Amerika haben die Religionsfreiheit geschaffen – die Religionsfreiheit hat die Vereinigten Staaten von Amerika geschaffen.“

Diese berühmten Worte stammen von dem ehemaligen Gouverneur des US-Bundesstaates Louisiana. Er äußerte sie während der Vorwahlen in Boone, Iowa.

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Bobby Jindal

Derzeit finden neue Präsidentschaftswahlen in den USA statt. Parteipolitik ist mir nicht fremd: Ich habe früher für den ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses John Boehner sowie für den jetzigen Mehrheitsführer im Senat Mitch McConnel gearbeitet. Nach drei Jahren Theologiestudium hat sich jedoch einiges für mich geändert, vor allem im letzten Jahr. Während meine Vorliebe zur Politik zunahm, wirkte der Herr an meinem Herzen und zeigte mir einige meiner Charakterfehler – insbesondere mein politisches Engagement.

Mein Interesse an Politik erwachte, als ich in Kentucky zunächst als Bibelarbeiter und später als vollzeitlicher Buchevangelist für die dortige Vereinigung der Siebenten-Tags-Adventisten arbeitete. Ich weiß nicht, wie es dazu kam, dass ich an der Politik so viel Freude fand. Meine Eltern hatten beide nie gewählt und hatten es auch nicht vor (es sei denn, ich würde für ein Staatsamt kandidieren). Trotzdem verspürte ich den starken Wunsch, Repräsentant oder Senator eines US-Bundesstaates zu werden, und plante, mich für ein solches Amt zu bewerben. Ich träumte sogar davon, eines Tages Präsident der Vereinigten Staaten zu werden.

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Logo der G.O.P.

Ich war überzeugter Republikaner und eingetragenes Mitglied des Republikanischen Nationalkomitees. Außerdem gehörte ich zur Republikanischen Partei Michigans (Grand Old Party) sowie weiteren hochrangigen republikanischen Organisationen. Leider nährten diese Mitgliedschaften eine hasserfüllte Einstellung gegen alle, die meine überwiegend gegen die Partei der Demokraten gerichteten Ansichten als Republikaner nicht teilten.

Doch wie aus dem Titel dieses Artikels ersichtlich ist, hat Gottes Gnade mich tief verändert. Zugegeben, ich verfolge die Politik immer noch mit großem Interesse, doch meine Freunde können bezeugen, dass der Heilige Geist mir gezeigt hat, dass ein Siebenten-Tags-Adventist sich nicht politisch engagieren sollte.

Mein Konflikt zwischen eingetragener Parteimitgliedschaft und Religionsfreiheit

Während meines Theologiestudiums fiel ich in den alten Lebensstil zurück. Doch in Sprüche 24,16 sagt mir die Bibel:

„Denn der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf, aber die Gottlosen stürzen nieder im Unglück.“

Mit anderen Worten: Wenn man fällt, sollte man nicht liegen bleiben. Obwohl sich während der Wahlen einige alte Gewohnheiten wieder durchsetzten, bin ich dem Herrn dankbar, dass er mir den Sieg über mein politisches Interesse und eine neue Liebe zur Religionsfreiheit gegeben hat.

Als ich im Herbst 2013 ein Hochschulstudium begann, wurde ich Mitglied der NARLA ([Adventistischer] Nordamerikanischer Verband für Religionsfreiheit), doch ich wusste noch nicht viel über Religionsfreiheit und was es damit auf sich hat. Ich spürte jedoch, dass ich an etwas Besonderem teilhatte. Vor Kurzem habe ich meine Mitgliedschaft erneuert. Es macht mir Freude, so viel wie möglich über Religionsfreiheit zu lernen. Ich bin sogar dabei, die US-Verfassung samt Zusatzartikeln auswendig zu lernen – und es macht sogar Spaß!

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Religiöse Freiheit hat bei Siebenten-Tags-Adventisten eine lange und gute Tradition. Leider stecken viele Adventisten so tief in politischen Angelegenheiten, dass sie keine Zeit haben, für den Meister aktiv zu werden! Beachten wir folgendes Zitat von Ellen G. White:

„Was für ein Geist beherrscht uns, wenn unser Volk zwar an die dritte Engelsbotschaft glaubt – die letzte Gnadenbotschaft für die Welt –, unsere Brüder aber Abzeichen gegnerischer politischer Parteien tragen, gegensätzliche Meinungen äußern und ihre gespaltenen Ansichten verkündigen? … Wer sich mit den politischen Parteien der Welt verbindet, ist in ernster Gefahr. Betrug wird auf beiden Seiten geübt. Gott hat es niemandem aus seinem Volk aufs Herz gelegt, sich einer Partei anzuschließen.“ (General Conference Daily Bulletin, 17. Februar 1897)

Warum zitiere ich diese Aussage? Weil sie genau den Kern unserer Identität als Siebenten-Tags-Adventisten trifft. Wir glauben an die dritte Engelsbotschaft – eine Gnadenbotschaft für verlorene Menschen. Unterstützen wir die Verbreitung der dritten Engelsbotschaft, wenn wir über Republikaner oder Demokraten [die zwei Volksparteien in den USA] herziehen? Machen wir Christus zum Mittelpunkt unseres Denkens? Freunde, Jesus kommt wieder, und wir haben keine Zeit zu verlieren!

Gottes Warnung an sein Endzeitvolk

Ellen G. White machte eine weitere wachrüttelnde Aussage:

„Wir können nicht ohne Gefahr politische Parteien wählen, weil wir nicht wissen, für wen wir unsere Stimme abgeben. Wir können auch nicht gefahrlos an politischen Programmen teilnehmen. Wir können uns nicht um den Gefallen von Menschen bemühen, die ihren Einfluss zur Schwächung der Religionsfreiheit einsetzen und unterdrückende Maßnahmen in Gang setzen, die ihre Mitmenschen letztlich zwingen, den Sonntag als Sabbat zu halten. Der erste Wochentag ist kein Tag, der geehrt werden sollte. Er ist ein falscher Sabbat. Mitglieder der himmlischen Familie können nicht gemeinsame Sache mit Menschen machen, die diesen Tag erhöhen und Gottes Gesetz brechen, indem sie seinen Sabbat mit Füßen treten. Gottes Volk kann solche Menschen auch nicht in ein Amt wählen. Dadurch würde es sich mitschuldig machen an den Sünden, die diese Menschen während ihrer Amtszeit begehen.“ (Gospel Workers, 391; vgl. Diener des Evangeliums, 346)

Während Ellen White einerseits so deutlich Stellung bezog, schrieb sie an anderer Stelle, es sei unsere Pflicht als Bürger zu wählen. So schrieb sie zum Beispiel, dass wir „einen festen Standpunkt in sämtlichen Fragen der Enthaltsamkeit“ einnehmen sollten (Review and Herald, 15.10.1914). Anders gesagt sollen wir uns entschieden gegen alles stellen, was die Rettung von Seelen in das Reich Christi behindert.

Daher, Freunde, ist es nicht unsere Aufgabe, uns auf die Seite einer politischen Partei zu stellen, denn das führt zu Spaltungen in der Gemeinde. Es gibt leider schon genug Dinge, über welche die Gemeinde uneins ist. Wir können es uns nicht leisten, Gottes biblisch vorhergesagte Gemeinde der Übrigen noch mehr zu spalten.

Politik spaltet die Gemeinde

STA-Wahlaufteilung-Diagramm_1Eine kürzliche Studie zeigte, dass rund 35 % der Siebenten-Tags-Adventisten in den USA für die Republikanische Partei sind, während 45 % sich zur Demokratischen Partei bekennen. Die verbleibenden 20 % sind entweder parteilos oder interessieren sich nicht dafür. Ohne Frage, Politik spaltet die Gemeinde! Ich bin vielen Menschen begegnet, die gerne den Adventisten Dr. Ben Carson als Wahlsieger gesehen hätten, aber ich habe auch überall auf meinen Reisen gesehen, wie diese Sache die Gemeinde entzweit.

Wer den Ernst der Aussagen Ellen Whites immer noch nicht recht erkennt, dem könnte folgendes Zitat helfen:

„Ein Lehrer, Prediger oder Leiter in unseren Reihen, den es drängt, seine Meinung zu politischen Fragen kundzutun, sollte sich durch den Glauben an die Wahrheit bekehren oder seine Arbeit niederlegen. Als Mitarbeiter Gottes soll sein Einfluss der Rettung von Menschen dienen, andernfalls sollte ihm die Beglaubigung entzogen werden. Wenn er sich nicht ändert, wird er nur Schaden anrichten.“ (Fundamentals of Christian Education, 477; vgl. Diener des Evangeliums, 347f.)

Aus diesem Zitat wird ersichtlich, dass es ein schwerwiegender Irrtum ist, sich in der Politik zu engagieren oder vor anderen politisch Stellung zu beziehen, besonders in der Gemeinde oder in Schulen.

Ich möchte jeden Siebenten-Tags-Adventisten ermutigen, sich für die Erhaltung der Religionsfreiheit einzusetzen, die unsere Gemeinde bereits seit über 100 Jahren vertritt. Seit ich mich für Glaubensfreiheit engagiere, habe ich meine Repräsentanten und Senatoren zu verschiedenen Gesetzgebungsfragen kontaktiert und dadurch den Rat, der uns als Volk Gottes gegeben ist, immer mehr schätzen gelernt. Wir haben keine Zeit für oberflächliche Dinge! Passen wir uns nicht dem Maßstab der Welt an. Wir gehören dem König der Könige, und eines Tages wird Christus sein Reich auf dieser Erde aufrichten. Fasst Mut, meine Glaubensgeschwister, und steht fest für die Wahrheit ein!

Quelle:
„Let party politics alone“
10. März 2016, advindicate.com, Brody Woodard

Dieser Artikel hat 2 Kommentare

  1. Janosch B. Antworten

    Wenn Jesus kommt wird er uns nicht fragen ob wir in der richtigen Partei waren er wird uns fragen hast du deinen Nachbarn von mir erzählt?

  2. Koschmieder Antworten

    AMEN AMEN AMEN MEIN LIEBER BRUDER ! WIR WOLLEN AUF JEDEN FALL BEIM HERRN BLEIBEN MARANATHA !

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