Lehren aus einem Lagerfeuer

advindicate.com, 28.1.2016

Als ich heute Morgen das Lagerfeuer beobachtete, staunte ich, wie viel wir von materiellen, sichtbaren Dingen über geistliche, unsichtbare Wirklichkeiten lernen können. Die Feuerzungen aus Apostelgeschichte 2 dienten nicht zufällig als Symbol für den Heiligen Geist!

Das Wehen des Geistes

Heute früh brauchte das Lagerfeuer viel Luft, bis es richtig brannte. Es brauchte den Morgenwind und meinen Morgenatem – ich musste es anblasen! Wir wissen:

Das Gebet ist das Atmen der Seele. (Ellen White, Gospel Workers, S. 254; vgl. Diener des Evangeliums, S. 226)

Normales Atmen entfacht jedoch kein Feuer. Dafür ist gezieltes, ausdauerndes und kräftiges Blasen erforderlich und der Wunsch, dass Licht und Wärme die Kälte und Dunkelheit vertreiben. Dieses Blasen vereint sich mit den unsichtbaren Luftströmungen des Windes, den wir manchmal kaum spüren können, obwohl wir wissen, dass er da ist – und endlich züngelt die Flamme hoch (Johannes 3,8).

In der Bibel symbolisiert Wind auch Streit. Der Heilige Geist streitet um uns, er ringt mit uns. Er rüttelt uns auf und weckt unser Bedürfnis nach ihm. Bevor der Heilige Geist die Kraft von Pfingsten in uns entfachen kann, müssen wir unser Leben erst seinem Einfluss übergeben. Der Heilige Geist wirkt unsichtbar in uns wie der Wind, bewegt uns und verändert unsere Lebensrichtung. Erfahren wir die Neugeburt durch den Geist, dann lernen wir beten – und das Gebet kann ein neues Pfingsten entfachen.

Knorriges, verwachsenes, harziges Holz brennt am schnellsten

Ach, wie langsam entzündet sich das Holz! Grünes Holz braucht besonders lange. Ist das eigene Ich noch lebendig, kann Gott uns nicht anzünden und werden wir nie ganz Feuer und Flamme für Ihn sein. Je größer das Holzstück, desto länger muss es im Feuer liegen, bis es selber brennt. Wir haben deshalb nach kleinen Stöckchen gesucht. Wer sich selbst gering achtet, ist bereit für den Heiligen Geist. Knorriges und verwachsenes, harziges und trockenes Holz brennt am schnellsten. Das unscheinbarste Material, das offensichtlich zu nichts zu gebrauchen ist, lässt am schnellsten entzünden. Es ist direkt einsetzbar.

Die Gemeinschaft der Holzscheite

Die Anordnung der Holzscheite beeinflusst das Feuer stark. Lehnt man sie eng aneinander, dann züngeln die Flammen an ihnen hoch und es entsteht ein starkes Feuer. Ziehe ich dagegen ein brennendes Holzscheit heraus, verlischt es schnell. Die Apostel waren wie gut angeordnetes Holz „alle einmütig beisammen“ (Apostelgeschichte 2,1). Wenn die Bitte Christi aus Johannes 15 sich noch einmal erfüllen wird, dann wird das wärmende Feuer bis in die entlegensten Teile der Erde auflodern. Lasst uns deshalb

unsere eigenen Versammlungen nicht verlassen, wie es einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr den Tag herannahen seht! Hebräer 10,25

Und noch etwas: Der brennende Stock streitet sich nicht mit dem brennenden Holzscheit darüber, wer der Größere ist! Beide müssen verzehrt werden, um Gottes Absicht zu erfüllen. Damit die Flamme wachsen kann, müssen wir abnehmen.

Feuer verwandelt

Während das Feuer brennt, erfährt das Holz eine chemische Umwandlung seiner Bestandteile. Das Holz erhitzt sich, die darin enthaltene Feuchtigkeit verdampft und entweicht zischend durch die sich weitenden Risse und Spalten zwischen den Molekülen nach draußen. Ich beobachte, wie Dampf aus einem Holzstück ausströmt – zeitweise sprüht er Funken wie ein Flammenwerfer und lässt das Holz noch heißer brennen.

Es ist unmöglich, weiter lauwarm zu bleiben, wenn der Heilige Geist uns innerlich vom eigenen Ich und anderen Makeln reinigt. Es ist unmöglich, dann der gleiche, alte Mensch zu bleiben. Wir werden eine radikale Verwandlung erfahren.

Feuer bereitet zu für Gott

Schließlich sind aus den toten Holzstücken glühende Kohlen „voller Leben“ geworden. Ihre Herrlichkeit und ihr Strahlen ist innerlich und doch deutlich von außen sichtbar. Das Feuer ist jetzt in den Kohlen, sie sind ganz davon ausgefüllt und zu feurigen Gefäßen geworden – bereit für die unmittelbare Gegenwart des allmächtigen Gottes (Hesekiel 1,13; 24,11; Psalm 18,13-14).

Quellen:

Kody Kostenko, advindicate.com, 28.1.2016


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