Mel Gibsons Hacksaw Ridge – eine einzigartige Gelegenheit

4. Oktober 2016, amazing discoveries, Johannes Kolletzki

Am 12. Januar 2017 wird in den deutschen Kinos das rund zweieinhalbstündige Kriegsdrama Hacksaw Ridge des bekannten Schauspielers und Regisseurs Mel Gibson starten. Während der Film an sich, der bei seiner Premiere Anfang September auf den Filmfestspielen in Venedig zehn Minuten lang stehende Ovationen erhielt, schon allein aufgrund seiner ausgedehnten Schlachtszenen nicht zu empfehlen ist, gibt er der adventistischen Weltgemeinde aus einem ganz anderen Grund Anlass zum Aufhorchen: Er beruht auf einer wahren Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg, deren ungewöhnlicher Held und Mittelpunkt ein Mann ist, der Siebenten-Tags-Adventist war: Korporal Desmond Doss (1919 – 2006).

Bild: moviepilot.de

Doss weigerte sich aus Gewissensgründen, eine Waffe zu tragen oder sich daran ausbilden zu lassen, und wurde als Feldsanitäter an die Front im Krieg gegen Japan geschickt. In der blutigen Schlacht um Okinawa, eine strategische Insel rund 400 km vom japanischen Kernland entfernt, bewies Doss, wozu sein Glaube ihn befähigte, als er in einem verheerenden Kampf um ein Felsplateau unter feindlichem Dauerfeuer 75 amerikanische und teils sogar japanische verwundete Soldaten rettete, indem er sie mit erster Hilfe versorgte und an den Fuß der Felswand abseilte. Als erster Waffendienstverweigerer der US-Armee erhielt er später von Präsident Harry S. Truman die höchste Auszeichnung des amerikanischen Militärs, die Ehrenmedaille des Kongresses.

Zehn Jahre nach seinem Tod wird die Geschichte von Doss’ Heldenmut und seinem unerschütterlichen Glauben an Gott Millionen von Menschen auf der ganzen Welt vorgeführt. Das Besondere an Hacksaw Ridge ist, dass Desmond Doss’ religiöse Überzeugungen nicht wie bei Hollywood üblich verzerrt und ins Lächerliche gezogen werden, sondern durchaus sorgfältig und akkurat dargestellt sind. Die Zuschauer lernen ihn als Bibelleser, Sabbathalter und Vegetarier kennen, dessen Charakterfestigkeit und Gottvertrauen sich am Ende den Respekt und die Bewunderung seiner Kameraden verdient.

Man muss diesen Film nicht gesehen haben, um zu erkennen, dass seine Geschichte dazu dienen wird, eine immer noch weithin unbekannte und eher mit Argwohn betrachtete Glaubensgemeinschaft auf positive Weise ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zu rücken. Gott schafft gerade eine weitere einzigartige Gelegenheit für die weltweite Adventgemeinde, Menschen zu begegnen und anzusprechen, die sich auf der Suche nach Sinn die Frage stellen, was genau Desmond Doss zu seiner außergewöhnlichen Integrität unter widrigsten und lebensbedrohendsten Umständen befähigen konnte.

Bild: hacksawridge.movie

Anders als bei jüngst prominent gewordenen Siebenten-Tags-Adventisten wie dem republikanischen Präsidentschafts-Bewerber Dr. Ben Carson oder Heidi Nelson-Cruz, der Frau des Präsidentschafts-Kandidaten Ted Cruz, geht es bei Doss nicht um politische Positionen, die mit adventistischem Glauben direkt nichts zu tun haben und eher Streitpotenzial besitzen. Es geht vielmehr um persönliche Werte und Sehnsüchte, mit denen sich Menschen aller Gesellschaftsschichten und Kulturkreise identifizieren können. Das ist eine wunderbare Vorlage für Adventisten, um auf den hinzuweisen, der die Quelle von all dem Tugendhaften und Anziehenden ist, das sie in Desmond Doss beobachten konnten: Jesus Christus. Dieser Gedanke kann sie berühren und zu ihrem Erlöser ziehen.

Nach jedem Mann, den er aus der grausamen Gewalt des Schlachtfeldes in Sicherheit bringen kann, betet Doss im Film: „Herr, gib mir noch einen!“ Dies kann auch unser Gebet sein, wenn wir die unerbittlichste und dramatischste Schlacht aller Zeiten auf diesem Planeten vor Augen haben: den geistlichen Kampf zwischen Licht und Finsternis um das ewige Schicksal jedes einzelnen Menschen.

„Herr, gib mir noch einen!“ Das Erscheinen eines internationalen Kino-Blockbusters über den biblischen Glauben eines Siebenten-Tags-Adventisten könnte schon die halbe Antwort auf dem Weg zur Erfüllung dieser Bitte sein.


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