30. Mai 2018

Wim Wenders auf dem Filmfest München

Wim Wenders hat einen Namen in der deutschen Kinowelt. Der Regisseur kann auf eine lange Laufbahn mit zahlreichen Filmen, Ehrungen und internationalen Preisen zurückblicken. 1971 war er Mitbegründer des „Filmverlags der Autoren“, 15 Jahre lang war er als Professor für Film in Hamburg tätig.

Ungewöhnlich ist sein neustes Projekt, das ab 14. Juni 2018 in deutschen Kinos zu sehen ist: Es handelt sich um eine Dokumentation mit dem Titel: „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“. Viermal zwei Stunden hatte Wenders zur Verfügung, um sein ganz persönliches Porträt des katholischen Kirchenoberhauptes zu zeichnen und hatte dabei alle Freiheiten, was Art und Konzeption der Produktion betraf.

Begonnen hatte die Geschichte schon vor vier Jahren, als Franziskus gerade mal ein Jahr im Amt war. Der damalige Medienchef des Vatikan, Dario Edoardo Viganò, nahm mit Wenders Kontakt auf. Im Franziskus’ drittem Jahr begannen die Arbeiten, am fünften Jahrestag seines Pontifikats wurde der Film veröffentlicht.

Obwohl Wenders aus einem katholischen Elternhaus stammt und zu seiner religiösen Prägung steht, konnte er sich nach eigener Aussage „in den kühnsten Träumen nicht vorstellen“, mal einen Papstfilm zu drehen. Franz von Assisi, der Namensvetter des Papstes, ist für den Filmemacher „eine großartige Gestalt“ und „ein Held der Menschheit“ mit einem „visionären Verhältnis zur Schöpfung“. Gerade im letzten Punkt sieht Wenders eine Parallele zu Papst Franziskus, der sich für ein neues Verhältnis zur Natur einsetze.

In einem Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) antwortet er auf die Frage, was ihn am Papst beeindruckt habe:

Am meisten die Herzlichkeit und die unmittelbare, ganz selbstverständliche Haltung gegenüber allen Menschen … „Ich bin wie jeder andere auch; ihr müsst mich nicht hofieren.“ Der Papst hat jedem am Set mit Handschlag begrüßt, einschließlich Bühnenarbeiter und Beleuchter, und sich von jedem persönlich verabschiedet.

Auf das Charisma des Papstes angesprochen, meint er:

Für ihn haben alle Menschen die gleiche Würde und sind wirklich gleich. Das spürt jeder, der ihm begegnet. Und das hat mir am meisten imponiert: Er lebt was er sagt.

Wenders sieht den Papst als leuchtendes Vorbild und Kontrastfigur innerhalb einer von Eigennutz und Unmoral geprägten Weltpolitik und -wirtschaft:

Der Papst ist hingegen jemand, der keine politischen oder wirtschaftlichen Eigeninteressen vertritt, sondern wirklich nur das Gemeinwohl im Blick hat. Damit ist er ein einzigartiger Kommunikator und eine einzigartige Bezugsperson.

Auf die abschließende Frage, was Kunst heute bewirken könne, erklärt der Regisseur:

Mit Filmen kann man nicht groß die Welt verändern, aber die Vorstellung von ihr. Ich hoffe, dass dies auch meinem Film über Franziskus gelingt.

Wenders’ Film wird mit Sicherheit die Vorstellung der Menschen vom Papst verändern. Die Frage ist nur, ob diese Vorstellung der Wahrheit entspricht. Wäre es so einfach, Menschen und Mächte in dieser letzten Zeit zu durchschauen, dann bräuchten wir Gottes Wort nicht als untrüglichen Maßstab. Doch gerade der Apostel, auf den Franziskus’ Amtsautorität angeblich zurückgeht, mahnt uns im zweiten Petrusbrief:

2Pe 1,19 Und so halten wir nun fest an dem völlig gewissen prophetischen Wort, und ihr tut gut daran, darauf zu achten als auf ein Licht, das an einem dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.

 

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