Papst reist zu COP 28

Franziskus wird Anfang Dezember das erste Mal persönlich zur Klimakonferenz COP reisen, die in ihrer 28. Ausgabe in Dubai stattfindet. Als erster Papst überhaupt bei dieser Veranstaltung setzt er sich damit an die Spitze der Klimabewegung.

cop28.com

Laudato Si und Laudato Deum bilden das Fundament, auf welchem sich sämtliche weltlichen und christlich / religiösen Umweltaktivitäten entfalten und weiterentwickeln. Das wird in folgendem Auszug aus seinem Interview mit Gian Marco Chiocci deutlich:

„Ja, ich fliege nach Dubai. […] Ich erinnere mich, als ich in Straßburg im Europäischen Parlament war und Präsident Hollande die Umweltministerin Ségolène Royal zu mir schickte, um mich zu empfangen, und sie mich fragte: ,Also bereiten Sie etwas zum Thema Umwelt vor? Machen Sie das vor dem Treffen in Paris? ´1. Ich rief einige Wissenschaftler an, die sich beeilten: ,Laudato si’ kam vor Paris heraus. Und das Treffen in Paris war das schönste von allen. Nach Paris haben alle einen Rückzieher gemacht, und man braucht Mut, um in diesem Bereich voranzukommen. Nach ,Laudato si’ baten fünf wichtige Ölfunktionäre um einen Termin. Alle, um sich zu rechtfertigen - das erfordert Mut.“

Kardinalstaatssekretär Parolin unterstreicht im Gespräch mit Radio Vatikan das Engagement des Heiligen Stuhls und des Papstes zur Bewältigung der Klimakrise am Rande des Global Faith Summit on Climate Action in Abu Dhabi im Vorfeld der COP28:

„Natürlich ist der Heilige Stuhl an allen Aspekten des Problems interessiert. […] Aber unser Augenmerk liegt vor allem auf zwei Dingen, auf zwei besonderen Fragen: Erstens der Lebensstil. Es reicht nicht aus, mehr Geld für das Klimaproblem auszugeben. […] Wir müssen unsere Lebensweise wirklich ändern, um der Schöpfung und der Natur nicht zu schaden, sondern um Verwalter zu sein, wie der Papst gesagt hat.“

Ein zweiter Aspekt sei die Erziehung:

„[…] Das ist eine universelle, weltweite Verpflichtung des Heiligen Stuhls. Wir haben dies auch bei der Unterzeichnung des Pariser Abkommens aufgegriffen. Es war genau dieser Punkt, der vom Heiligen Stuhl betont wurde. Denn wir haben auch einen Teil unserer Verpflichtung, die die Vatikanstadt betrifft, und in dieser Phase können wir einige konkrete Maßnahmen ergreifen. Aber natürlich ist unser Staat ein sehr kleiner Staat.“

Das erklärte Ziel ist also, erzieherisch in den Lebensstil einzugreifen – und das ganz katholisch (im Sinne von “die ganze Erde umfassend”). Und diese Erziehungsmaßnahmen sollen dann gemeinschaftlich durchgesetzt werden, ausgehend vom kleinen Vatikanstaat.

Vorbereitend zum COP 28 hat der Vatikan eine interreligiöse Erklärung unterzeichnet, in der sich 28 Führungspersönlichkeiten aus rund 19 verschiedenen Religionen für mehr Klimaschutz aussprechen. Mit Kalkül werden die anderen Glaubenstraditionen mit ins Boot genommen.

In der Erklärung werden unter anderem Staatsoberhäupter, Regierungen und nichtstaatliche Akteure (!) aufgefordert,

„sich für die Entwicklung eines glaubensbasierten (!) ökologischen Narrativs, kontinuierliches Lernen und die Integration ökologischer Lehren und Werte in Bildungs-, Religions- und Kultureinrichtungen einzusetzen, um ein ganzheitliches Verständnis unserer Verbundenheit zu fördern.“

Ein glaubensbasiertes ökologisches Narrativ…

Man könnte fast sagen, dass es hier um ein alternatives Evangelium geht: Fürchtet das Klima, gebt dem Papst die Ehre und rettet unser gemeinsames Haus!

Der Engel aus Offenbarung 14,6-7 verkündet ein anderes Evangelium:

„Und ich sah einen andern Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf Erden wohnen, allen Nationen und Stämmen und Sprachen und Völkern. 7 Und er sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre; denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen! Und betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen!”


  1. Sämtliche Hervorhebungen stammen vom Autor ↩︎


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