Dass eine Ehe zwischen einem Mann und einer Frau besteht, ist nicht nur aufgrund der so genannten Ehe für alle keine Selbstverständlichkeit mehr. Polyamorie, die gleichzeitige partnerschaftliche Beziehung mit mehreren Menschen, ist mehr und mehr im Kommen. Einer Umfrage zufolge gaben im Jahr 2017 rund 15 Prozent der Deutschen an, dass sie sich eine Beziehung mit mehr als einem Partner vorstellen können. Einige Studien aus den USA legen nahe, dass bis zu einem Fünftel aller Amerikaner irgendwann in ihrem Leben einvernehmliche Polyamorie betrieben haben. Die Studien zeigen, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt schätzungsweise vier bis fünf Prozent der Bevölkerung in einer einvernehmlich nicht‑monogamen Beziehung stehen.

Während die Coronavirus-Pandemie und die soziale Distanzierung die Polyamorie voraussichtlich vorübergehend dämpfen werden, könnten diese Zahlen steigen, sobald die sozialen Fehlanreize beseitigt würden. Aktivisten versuchen, die entsprechenden rechtlichen und sozialen Barrieren abzubauen. Ihre Ziele scheinen dabei allmählich Gestalt anzunehmen.

Innerhalb der American Psychological Association wurde kürzlich eine Task Force für „einvernehmliche Nicht-Monogamie“ eingerichtet. Deren Co-Vorsitzender Heath Schechinger wird mit folgenden Worten zitiert:

Es gibt viele Beweise dafür, dass einvernehmliche Nicht-Monogamie eine aufstrebende Bürgerrechtsbewegung ist. Ich habe in den letzten 20 Jahren von einer Reihe von Menschen gehört, die sich für die Vielfalt der Beziehungsstrukturen einsetzen und sich darüber freuen, dass diese Sache endlich an Bedeutung gewinnt.

Laut dem Universitätspsychologen Dave Doleshal würden US-amerikanische Aktivisten bereits in mehr als einem Dutzend Kommunalverwaltungen mit gewählten Politikern zusammenarbeiten, um die lokalen Antidiskriminierungsverordnungen um eine neue geschützte Klasse, die „Beziehungsstruktur“, zu erweitern.

Ihre Bemühungen haben zu einer Neubewertung der Nicht-Monogamie sowohl im psychologischen als auch im rechtlichen Bereich geführt. Einem Wissenschaftsartikel zufolge erlauben mittlerweile mindestens zwölf der fünfzig US-Staaten, dass ein Kind mehr als zwei Eltern hat. Diese Erweiterungen des Rechtsbegriffs der Familie seien potenzielle Wege für nicht-monogame Familien, um ihre eigenen gesetzlichen Rechte zu erlangen.

Polyamorie-Aktivisten behaupten, die Beziehungen seien emotional gesund und ethisch-moralisch vertretbar. So wird allmählich eine soziale Bewegung mit einer gemeinsamen Identität geschmiedet.

Doch wie sollte ein Christ mit Entwicklungen dieser Art umgehen? Bereits der biblische Schöpfungsbericht proklamiert die monogame Ehe. Zwar finden sich im alttestamentlichen Befund einige Beispiele polygamer Verbindungen, doch werden diese nie als positiv bewertet. Ganz im Gegenteil: Sowohl bei Jakob, als auch bei David und Salomo werden die schaurigen Folgen dieser Familienstruktur lebhaft aufgezeigt. Im Neuen Testament rät Paulus im Timotheusbrief den Männern nicht ohne Grund, „Mann einer einzigen Frau“ (1. Timotheus 3,2.12) zu sein. Wer Jesus treu nachfolgen will, der wird sich auch in partnerschaftlichen Fragen nach den himmlischen Maßstäben richten. Sein Vorbild wird in einer von Unmoral geprägten Welt umso wertvoller sein.

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