Schweinegrippe, Leopardenbisse und Affenpocken

„Während wir mit dem Folgen der Corona-Pandemie kämpfen, üben die G7-Gesundheitsminister schon die nächste Krise. In Berlin spielen sie den Ablauf einer Pocken-Pandemie im Jahr 2023 durch.“ Dies berichtete der österreichische exxpress am 19. Mai 2022. Demnach würden sich die sieben Minister beim deutschen Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in Berlin treffen und den Ablauf einer Pocken-Pandemie proben.

Es gehe darum „‚zu erfahren, ob aus Fehlern der Vergangenheit effektive Lehren gezogen wurden‘“, zitiert n-tv Bundesgesundheitsminister Lauterbach. „Es werde sich um eine sehr realistische Übung handeln, bei der davon ausgegangen werde, dass sich aus einem Leopardenbiss eine Pocken-Pandemie entwickeln könnte“.

„Dass es eines Tages wieder losgehen wird mit einer Pandemie, daran gibt es für Karl Lauterbach keinen Zweifel. Man müsse sich auf einen dauerhaften ‚Ausnahmezustand‘ einstellen, sagte der Bundesgesundheitsminister schon im März. Und im Gesundheitsausschuss des Bundestags erklärte er Ende April, dass er gemeinsam mit 30 Wissenschaftlern an einem ‚globalen Pakt‘ zur Vorbereitung auf künftige Pandemien arbeite. Er leite das Projekt, nichts sei wichtiger für sein Haus.“ Dies berichtet die WELT am 23. Mai 2022. Was Lauterbach genau vorhat, ist unbekannt. Auch auf Anfrage von WELT AM SONNTAG sei das Ministerium wenig auskunftsbereit gewesen.

Als 2009 von der Schweingrippe die Rede war, wurden 34 Millionen Impfdosen gekauft und mussten entsorgt werden. Die WHO musste damals zugegeben, dass das H1N1-Virus weniger stark war, als proklamiert wurde. Vorwürfe wurden laut, dass die WHO sich zum Helfer der Pharmaindustrie gemacht habe, berichtete die WELT.

Trotzdem waren schon Millionen Dosen vom schnell entwickelten Impfstoff verimpft worden. „Einige Wochen nach Impfstart mit dem Impfstoff ‚Pandemrix‘ fielen finnischen Behörden erste seltene Nebenwirkungen auf: ein 17-facher Anstieg an Narkolepsiefällen bei Kindern und Jugendlichen. Schnell war klar: Es gab einen Zusammenhang zwischen der Impfung und der Narkolepsie“, informiert der Bayrische Rundfunk. Auch in Deutschland waren rund 40.000 Menschen an Narkolepsie erkrankt. Betroffene sind „in ihrem Alltag stark eingeschränkt, viele verlieren ihre Jobs oder müssen eine Ausbildung oder ihr Studium abbrechen.“

Laut SPIEGEL vom 21.09.2018 zählten zu den häufigsten Nebenwirkungen „unter anderem ein allergischer Schock, Gesichtslähmungen, Zuckungen, Gefäßentzündungen und Gehirnentzündungen. Alle Nebenwirkungen wurden um den Zeitpunkt der Impfung beobachtet.“ Und Wolfgang Becker-Brüser, Herausgeber des pharmakritischen „Arznei-Telegramms“ wurde mit den Worten zitiert: „‚Ich habe schon damals gesagt, dass die Schweinegrippe benutzt wird, um in Deutschland ein Großexperiment zu starten mit einem Impfstoff, der nicht ausreichend getestet und daher für eine Massenimpfung ungeeignet ist.‘“

Nachdem der Schweinegrippe trotz aller Unkenrufe nur mäßiger Erfolg beschert war, Millionen von bestellten Impfdosen vernichtet werden mussten und die verimpften Dosen teils schwere Nebenwirkungen hervorriefen, werden heute nun zur Abwechslung Leoparden und Affen durchs Dorf getrieben.

Lauterbach setzt nicht auf Zurückhaltung, sondern will sich im Kampf gegen die neue Seuche scheinbar an der Härte der Corona-Maßnahmen orientieren. So meldet F.A.Z. am 23. Mai 2022: „Fünf Affenpocken-Infektionen sind in Deutschland mittlerweile bestätigt. Das Gesundheitsministerium schätzt, dass die Zahlen ansteigen werden. Karl Lauterbach will am Dienstag konkrete Empfehlungen für mögliche notwendige Quarantänen vorlegen. ‚Der weltweite Ausbruch der Affenpocken-Infektionen ist so ungewöhnlich, dass wir uns Sorgen machen müssen, ob er so abläuft wie frühere Affenpocken-Ausbrüche‘, sagte Lauterbach am Montag am Rand der Weltgesundheitsversammlung in Genf. Man müsse jetzt schnell und hart reagieren, um einen globalen Ausbruch einzudämmen. An diesem Dienstag wolle er konkrete Empfehlungen vorlegen, etwa zu möglichen Quarantänemaßnahmen. Die britische Gesundheitsbehörde empfiehlt seit Montag für enge Kontaktpersonen von Infizierten eine dreiwöchige Quarantäne.“

Sinnvoll wäre, aus den Fehlern, die bei Schweingrippe- und Corona-Maßnahmen verursacht wurden, zu lernen, statt sie bei den Affenpocken-Maßnahmen zu wiederholen. Die Zukunft wird zeigen, welcher Art Lehren Lauterbach und Co. aus den Fehlern der Vergangenheit zu ziehen gedenken. Es gab viel berechtigte Kritik. Kein Mensch ist unfehlbar, daher lehrt die Bibel in Sprüche 21,1 „wer Zurechtweisung hasst, der bleibt ein Narr.“

StpH, 24.05.2022, 10:47 Uhr


Kommentare auf dieser Website sollen für nachfolgende Besucher von Nutzen sein. Unsere ganz subjektiven Moderatoren mögen daher Beiträge, die zum Thema passen, kultiviert sind und Lesewert mitbringen.