Ende Juni 2017 beschloss der Deutsche Bundestag die rechtliche Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften mit einer ehrwürdigen Einrichtung, die so alt wie die Menschheit selbst ist: die Ehe. Das neue Gesetz der sogenannten „Ehe für alle“ hat allerdings auch unübersehbare „Folgen für alle“ – so sagt es der Titel eines Symposiums, das in Frankfurt-Kelsterbach abgehalten wurde. Veranstalter waren das Aktionsbündnis für Ehe und Familie „Demo für alle“ sowie die Bürgerinitiative „CitizenGO“, die sich für Leben, Freiheit und Grundrechte einsetzt. Ziel des Symposiums sei es, „Bewusstsein für die mit der Eheöffnung verbundenen Problematiken zu wecken und andererseits deutlich darauf hinzuweisen, dass wir alle gemeinsam die ‚Ehe für alle‘ für einen Irrweg halten, der korrigiert werden muss“, sagte Eduard Pröls von CitizenGO.

Die mit mehr als 500 Teilnehmern über Erwarten gut besuchte Veranstaltung erhielt kräftigen Gegenwind. Über 200 Polizisten einschließlich berittener Polizei kamen zum Einsatz, da Gegendemonstranten Zufahrtsstraßen blockierten und versuchten, Personen am Besuch zu hindern. Zu den 2 500 Teilnehmern der Gegendemonstration mit dem Namen „Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt“ gehörte auch der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Die evangelische Kirche in Hessen-Nassau hatte sich bereits im Vorfeld mit der Gegendemonstration solidarisiert.

Zu den Sprechern der Veranstaltung gehörte der Jurist Prof. Dr. Jörg Benedict (Rostock), der 2015 im Auftrag des Bundestages ein Gutachten über gleichgeschlechtliche Ehen erstellt hatte. Auf dem Symposium legte er dar, dass die „Ehe für alle“ gegen das Grundgesetz verstoße, da die Rechtsgeschichte klar aufzeige, dass die Väter des Grundgesetzes Ehe als eine auf Dauer angelegte Gemeinschaft von Mann und Frau gemeint hätten. Die Entscheidung des Bundestages komme einer Grundgesetzänderung gleich, wofür jedoch eine Zwei-Drittel-Mehrheit von Bundestag und Bundesrat nötig gewesen wäre.

Prof. Dr. Jörg Benedict

Obwohl Prof. Dr. Benedict sich skeptisch zeigte, dass eine Normenkontrollklage vor dem Bundesverfassungsgericht erfolgreich sein würde, da fünf der acht Richter eher der Argumentation der Gegenseite folgen könnten, rief er die Tagungsteilnehmer dazu auf, für ihre Überzeugung einzustehen. Sein Vortrag wurde mit stehendem Applaus bedacht.

Ein weiterer Höhepunkt waren die Ausführungen der Publizistin Birgit Kelle. Sie befasste sich mit den Folgen der „Ehe für alle“, insbesondere dem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare und der daraus erwachsenden Tendenz zur Leihmutterschaft.

Wie sollten bibeltreue Christen zur sogenannten „Ehe für alle“ stehen? Während die Bibel deutlich macht, dass Gott niemanden dazu zwingt, sich nach Seinen Geboten zu richten, lässt sie auch keinen Zweifel, dass jede Übertretung negative Konsequenzen hat, für den Betreffenden und letztlich auch für die Gesellschaft. Gott schuf die Ehe als eine lebenslange, ganzheitliche Partnerschaft zwischen einem Mann und einer Frau. In diesem Ideal liegt die größtmögliche Freude und Erfüllung. Jedes Abweichen davon wird das Glück schmälern, und man bringt mehr oder weniger Leid über sich und andere.

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