The Ocean Cleanup und die Weltreinigung

amazing discoveries, 13. September 2018

Photo: Pierre AUGIER for The OCEAN CLEANUP

Boyan Slat war 16 Jahre alt, als er beim Tauchen vor der griechischen Küste feststellte, dass fast mehr Müll als Fische zu sehen war. Dem jungen Niederländer kam eine Idee, die mittlerweile zu einem beispiellosen Großprojekt angewachsen ist: The Ocean Cleanup – die Reinigung der Weltmeere von Plastikmüll. Das Projekt finanziert sich über Crowdfunding und Spenden.

Vor wenigen Tagen machte Boyan Slats Traum einen entscheidenden Schritt nach vorn: Die erste voll funktionsfähige Reinigungsanlage namens „System Nr. 1 Wilson“ wurde von San Franzisko aus unter der Golden Gate-Brücke hindurch nach Westen in Richtung Hawaii geschleppt. Zwischen dieser Insel und der kalifornischen Küste befindet sich der sogenannte Große Pazifische Müllwirbel, den das Schiff mit 12 Teammitgliedern und einem Journalisten an Bord nach dreiwöchiger Fahrt erreichen wird. Es ist die weltgrößte marine Ansammlung von Plastik, alten Fischernetzen und sonstigem Müll.

Allerdings ist es ein Mythos, es würde sich dabei um einen dichten Teppich schwimmender Plastikobjekte von gigantischen Ausmaßen handeln. Entsprechende Bilder existieren nicht bzw. zeigen ganz andere Orte von sehr begrenzter Größe. Die tatsächliche Mülldichte ist weitaus geringer. Nach eigenen Untersuchungen auf See und aus der Luft spricht das Ocean Cleanup-Team von einem Gebiet, etwa dreimal so groß wie Frankreich, in dem sich geschätzte 80.000 Tonnen Plastikmüll befänden. Rund 10 % dieser Teile seien bereits zu Mikroplastik zerfallen, d.h. sie sind kleiner als 5mm.

Andere Forscher wie Dr. Angelicque White von der Staatsuniversität Oregon sind mit Zahlen vorsichtiger und meinen, die Problematik beschränke sich weitgehend auf die mit bloßem Auge kaum wahrnehmbare Verschmutzung mit Mikroplastik – was nicht weniger besorgniserregend ist, weil gerade diese Kleinstteilchen über Fische und Vögel in die Nahrungskette und damit auch zum Menschen gelangen. Dr. White nennt eine laut Studien maximale Verschmutzung von drei Plastikstückchen von der Größe eines Bleistift-Radiergummis pro Kubikmeter.

Photo: Pierre AUGIER for The OCEAN CLEANUP

Wie funktioniert die Reinigungsanlage von The Ocean Cleanup? Es handelt sich um ein passives System ohne Antrieb – ein 600 m langer Verbund von Rohren mit 1,20 m Durchmesser, an denen unter Wasser ein 3m tiefes, sehr dichtes Netz aus weichem Garn hängt. Auf dem Meer nimmt es aufgrund der größeren Beweglichkeit der Enden U-Form an. Da es ebenso wie der Müll frei von Wind und Strömung bewegt wird, treibt es automatisch dorthin, wo auch der Müll sich konzentriert. Weil die Rohre dem Wind viel Angriffsfläche bieten, treiben sie schneller als der Müll. Große Plastikstücke werden so an der Oberfläche eingefangen, während die Mikroteile im Wasser sich am Treibnetz sammeln. Fische und andere Meeresbewohner können leicht unterhalb des Netzes durchschwimmen.

Das System besitzt solarbetriebene Lampen und Satellitensender zur Positionsbestimmung. Sensoren melden, wie viel Müll sich bereits angesammelt hat. Das Plastik wird dann per Schiff an Land transportiert, recyclet und zu neuen Produkten verarbeitet, deren Verkauf das Projekt unterstützen soll.

Verläuft alles nach Plan, soll die Flotte auf 60 Anlagen vergrößert werden, die noch weit länger sind als das „System Nr. 1“. Das Ziel ist, in den nächsten fünf Jahren die Hälfte des Treibmülls im Großen Pazifischen Müllwirbel abzutragen. Bis 2040 will The Ocean Cleanup sogar 90 % des Plastikabfalls in allen Weltmeeren entsorgen – ein ehrgeiziger, fast traumhaft anmutender Plan.

Bis jetzt gibt der Erfolg dem jungen Visionär recht. Doch natürlich war der Weg dorthin alles andere als einfach. Slat erzählt:

Als ich anfing, hatte ich null Ahnung, wie man ein Unternehmer ist, wie man ein Erfinder ist, aber solange man bereit ist, auf Feedback zu hören und schnell zu lernen, kann man auch etwas erreichen … (Interview, 2:20:54)

Selbst mit einem Team engagierter Fachleute gab es große Herausforderungen, erinnert sich der junge Mann:

Wir hatten unglaubliche Hürden zu nehmen … Im Nachhinein ist es leicht, die Punkte miteinander zu verbinden. Aber wenn man ganz am Anfang steht, hat man keine Ahnung, was daraus wird. Es ging ja nicht darum, ein etwas besseres Auto oder Flugzeug zu bauen. Es war wie die Entwicklung des ersten Autos überhaupt … Es gab auf jeden Fall Momente, wo wir sagten: Wie soll das jetzt weitergehen? Doch zum Glück haben wir ein superkreatives und supermotiviertes Team, und so konnten die Hindernisse jedes Mal überwunden werden. (2:15:04)

Auf die Frage, wie es nach dem Stapellauf von „System Nr. 1“ weitergehen wird, antwortet Slat:

Meine Hoffnung ist, das The Ocean Cleanup ein Vorbild dafür wird, wie man Probleme angehen sollte. Statt nur zu jammern oder zu protestieren, weil du nicht einverstanden bist, versuch, etwas zu bauen, mit dem du einverstanden bist. (2:14:40)

Obwohl er mit seinen 24 Jahren schon Vorsitzender eines innovativen Unternehmens ist, das die Aufmerksamkeit der Welt erregt, ist Boyan Slats Tatendrang nicht erschöpft.

Wenn mit dem ersten System alles klappt, hoffen wir, es in den kommenden Jahren zu einer ganzen Flotte von Anlagen zu erweitern,

meint er.

Und natürlich hoffe ich, außer der Plastikverschmutzung in Zukunft noch an weiteren Problemen zu arbeiten. (2:14:20)

Was für ein Vorbild, gerade für junge Menschen! Statt in einer fiktiven Videowelt, Handysucht und maßlosem Spaßkonsum zu versinken, zeigt Boyan Slat, dass in jedem das Potenzial steckt, Großes in dieser Welt zu erreichen, wenn man sein Ziel nur begeistert und unnachgiebig verfolgt.

Die Bibel berichtet von einem noch weitaus größeren Projekt, das in unserer Zeit stattfindet – und bereits seit Jahrzehnten läuft. Man könnte es The World Cleanup – die Weltreinigung – nennen. Die ganze Welt soll neu werden, Pflanzen, Tiere und Menschen, befreit nicht nur von äußerem Müll, sondern auch von dem in der Seele. So steht es in dem biblischen Buch Offenbarung. Der Schöpfer der Erde hat dieses Mega-Unternehmen begonnen, und Er allein kann es auch vollenden. Doch sucht er Menschen, die Ihm vertrauen, als freiwillige Mitarbeiter. Hier wird jeder mit seinen Fähigkeiten gebraucht, Jung und Alt, Mann und Frau. Willst auch du dabei sein? Die Marschroute und alle weiteren Details dieser gewaltigen und wunderbaren Mission findest du in Gottes Wort, der Bibel.


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