In diesem Monat noch wird US-Verfassungsrichter Anthony Kennedy aus Altersgründen sein Amt niederlegen. Präsident Trumps Nominierung des konservativen Katholiken Brett Kavanaugh als Nachfolger am Supreme Court hat die Debatte über ein Urteil neu entfacht, das bereits 45 Jahre zurückliegt: Es handelt sich um den Fall „Roe versus Wade“, bei dem das Oberste Gericht 1973 entschied, Abtreibung sei ein von der Verfassung geschütztes Recht. Die Folge sind bis heute 60 Millionen im Mutterleib getötete Kinder allein in den USA.

Was für ein emotionsgeladenes, politisches Minenfeld diese Thematik in der Gesellschaft ist, erfährt der Regisseur und Pro Life-Verfechter Nick Loeb seit Kurzem aus erster Hand. Vor einigen Wochen begann er mit den Dreharbeiten für den Spielfilm Roe v. Wade über den berüchtigten Prozess gleichen Namens. In einem Interview mit dem Hollywood Reporter berichtet er von seinen Erlebnissen.

Zum Schutz des Projektes und der Schauspieler waren Loeb und seine Produktionspartnerin Cathy Allyn praktisch gezwungen, viele Informationen geheimzuhalten und die Aufnahmen unter einem falschen Filmtitel zu machen. Trotzdem begegneten ihnen noch genug Schwierigkeiten.

Als er an einem Drehtag gerade zu seinem Auto ging, kam eine Frau mit Headset auf ihn zu und fragte: „Sind Sie der Regisseur?“ Als er bejahte, warf sie ihm einen ziemlich groben Begriff an den Kopf, schmiss den Kopfhörer auf den Boden und ging weg. „Später fand ich heraus, dass sie unsere Elektrikerin war“, erklärte Loeb. Drei Schauspieler mussten ersetzt werden, weil sie das Projekt verließen, sobald sie von den Inhalten erfuhren. Eine gestand ein, sie sei von ihrem Umfeld unter Druck gesetzt worden. Sogar die ursprüngliche Regisseurin verließ das Set am ersten Drehtag, weswegen Loeb und Allyn neben dem gemeinsamen Drehbuch und der Produktion nun auch die Regie übernommen haben.

Nicht besser stand es um die Örtlichkeiten. Die Staatsuniversität Louisiana lehnte eine Zusammenarbeit ab, offiziell aus logistischen Gründen, laut mündlicher Aussage jedoch aufgrund des Filminhalts. An der Tulane-Universität, wo Loeb selbst Student war, konnten sie einen Tag drehen, bevor die Schulzeitung Näheres über das Projekt veröffentlichte und ihnen ein zweiter Drehtag verweigert wurde – auch hier offiziell aus organisatorischen Gründen. Eine angemietete Synagoge, die als Speisesaal und Aufenthaltsraum für Statisten diente, sperrte sie aus, nachdem sie von der Ausrichtung des Films erfahren hatte. „Wir mussten die Polizei rufen, damit die Statisten und Caterer wieder an ihre Sachen kamen“, berichtete Loeb.

Es ist wohl der stärkste Instinkt einer werdenden Mutter, liebevoll über dem ungeborenen Leben in ihrem Bauch zu wachen. Im Buch Jesaja stellt Gott die rhetorische Frage: „Kann auch eine Frau ihr Kindlein vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes?“ (Jesaja 49,15) Doch heute geschieht das Unvorstellbare täglich tausendfach. Eine Gesellschaft, die sich auf so himmelschreiende Weise über das Gebot „Du sollst nicht töten“ hinwegsetzt und dies noch als „Recht“ hinstellt, fügt sich selbst tiefe Wunden zu und fordert letztlich Gottes Eingreifen heraus, der der mächtige Anwalt aller Schutzlosen ist.

Dennoch gibt es für jeden, der seine Schuld einsieht, die Möglichkeit für einen völligen Neuanfang. Gottes gnädige Einladung lautet: „Kommt denn und lasst uns miteinander rechten! … Wenn eure Sünden rot wie Karmesin sind, wie Schnee sollen sie weiß werden. Wenn sie rot sind wie Purpur, wie Wolle sollen sie werden.“ (Jesaja 1,18)

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