amazing discoveries, 15.03.2019

Der „Verein Deutsche Sprache“ hat über 36 000 Mitglieder, darunter Organisationen wie der Bundesverband mittelständische Wirtschaft und politische Regionen wie der Landkreis Harburg oder die Stadt Paderborn. Der überparteiliche und gemeinnützige Verein entstand 1997 und tritt nach eigenen Worten dafür ein,

dass Deutsch nicht zu einem Feierabenddialekt verkommt, sondern als Sprache von Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft erhalten bleibt.

Der Verein Deutsche Sprache hat nun zu dem Bemühen Stellung bezogen, die geforderte Gleichbehandlung der Geschlechter auch in der deutschen Sprache umzusetzen – durch möglichst geschlechtsneutrale Formulierungen statt des generischen Maskulinums, also z. B. „Kolleginnen und Kollegen“ statt nur Kollegen oder  „Studierende“ statt Studenten. Unter dem Titel „Ein Aufruf zum Widerstand“ lassen die Vereinsmitglieder Folgendes verlauten:

Die sogenannte gendergerechte Sprache beruht erstens auf einem Generalirrtum, erzeugt zweitens eine Fülle lächerlicher Sprachgebilde und ist drittens konsequent gar nicht durchzuhalten. Und viertens ist sie auch kein Beitrag zur Besserstellung der Frau in der Gesellschaft.

Anschließend werden diese vier Punkte genauer erläutert:

(1.) Der Generalirrtum: Zwischen dem natürlichen und dem grammatischen Geschlecht bestehe ein fester Zusammenhang. Er besteht absolut nicht. Der Löwe, die Giraffe, das Pferd. Und keinen stört es, dass alles Weibliche sich seit 1000 Jahren von dem Wort „das Weib“ ableitet.

(2.) Die lächerlichen Sprachgebilde: Die Radfahrenden, die Fahrzeugführenden sind schon in die Straßenverkehrsordnung vorgedrungen, die Studierenden haben die Universitäten erobert, die Arbeitnehmenden viele Betriebe. Der Große Duden treibt die Gendergerechtigkeit inzwischen so weit, dass er Luftpiratinnen als eigenes Stichwort verzeichnet und Idiotinnen auch. Und dazu kommt in jüngster Zeit als weitere Verrenkung noch der seltsame Gender-Stern.

(3.) Nicht durchzuhalten: Wie kommt der Bürgermeister dazu, sich bei den Wählerinnen und Wählern zu bedanken – ohne einzusehen, dass er sich natürlich „Bürgerinnen- und Bürgermeister“ nennen müsste? Wie lange können wir noch auf ein Einwohnerinnen- und Einwohnermeldeamt verzichten? Wie ertragen wir es, in der Fernsehwerbung täglich dutzendfach zu hören, wir sollten uns über Risiken und Nebenwirkungen bei unserm Arzt oder Apotheker informieren? Warum fehlt im Duden das Stichwort „Christinnentum“ – da er doch die Christin vom Christen unterscheidet?

(4.) Solche Verzerrungen der Sprache tragen nicht einmal dazu bei, den Frauen zu mehr Rechten zu verhelfen. Auch im Grundgesetz gibt es dafür kein Indiz: In 13 Artikeln spricht es 20mal vom Bundeskanzler, zusätzlich auch vom „Gewählten“ und vom „Vorgeschlagenen“. Den mehrfachen Aufstieg von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin hat dies nicht behindert, und eine mögliche neue Bundeskanzlerin fühlt sich inmitten dieses Missstands offensichtlich ziemlich wohl.

Der Aufruf schließt mit den Worten:

(Wir) appellieren an Politiker, Behörden, Firmen, Gewerkschaften, Betriebsräte und Journalisten: Setzt die deutsche Sprache gegen diesen Gender-Unfug wieder durch!

Wie sind wir als Gesellschaft in diese Situation hineingeraten? Der „Gender-Unfug“, wie das Dokument es nennt, ist das Ergebnis einer Ideologie, die nicht die Wirklichkeit widerspiegelt. Der Feminismus leugnet jegliche geistig-seelischen Unterschiede zwischen Mann und Frau und will mit dem Genderismus nun sogar die biologischen Eigenheiten ausradieren. Erst wenn auch der letzte Unterschied nivelliert ist, so hofft man, würden Gerechtigkeit und Glück herrschen.

Doch die Bibel sagt uns, dass Glück und Erfüllung nicht dadurch kommen, dass alle gleich sind, sondern dass jeder einzigartig ist. Gottes Schöpfung offenbart eine unglaubliche Vielfalt und Individualität. Gott schuf Mann und Frau jeweils Ihm ähnlich – mit gleicher Wertigkeit, aber nicht mit gleicher Fähigkeit. Daher erhielten sie auch unterschiedliche Aufgaben. Zufriedenheit und Lebensfreude entstehen, wenn man seine gottgeschenkte Einzigartigkeit erkennt, bejaht und auslebt. Gesunde Familien und eine erfolgreiche Gesellschaft existieren dort, wo jeder seine Stärken einbringt und ein großes Ganzes entstehen kann.

Dieser Artikel hat 3 Kommentare

  1. Zihn Antworten

    Als Freund der deutschen Sprache wende ich mich gegen den Gender-Sprach-Wahnsinn.

    Begründung:

    1. Der Terminus „Freunde“ ist ein Gattungsbegriff, der sowohl Frauen und auch Männer einschließt.
    Beispiel: Der Gattungsbegriff „Hase“ ist zuerst einmal geschlechtsneutral und schließt sowohl Häsinnen und auch Rammler mit ein.

    2. Diese Gentrifizierung des Begriffes wird ganz offensichtlich einer modischen Welle des Sprachgebrauches von feministischer Seite her geschuldet, die glaubt, dass man allein über Sprachverwendung schon die Lebensverhältnisse verändern könne.
    Ein britischer Deutsch-Kollege hat mir gegenüber diese feministische Gesinnungsorthografie auf die englische Sprache übertragen: „Weder Frauen noch Männer würden sich auf der Insel entblöden, folgenden Satz zu formulieren: The female and male teachers welcome the male und female pupils.“
    Und er fügte noch hinzu: “Haben Feministinnen oder vermeintliche ‚Frauen-Versteher’ in Deutschland eigentlich gar keine wirklichen Probleme?”

    Allein in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Sprachraum gibt es Versuche, Gattungsbegriffe durch sprachliche Monster zu ersetzen.

    Wir sollten diese Mätzchen nicht mitmachen, um modern oder gar progressiv nach außen hin wirken zu wollen.

  2. Michael Bohm Antworten

    …ich bin aus tiefster Überzeugung gegen diesen Genderwahnsinn, der unsere ausdrucksreiche deutsche Sprache auf den Kopf stellt … wie kann ich dem Verein beitreten ?

    Freundliche Grüße von Michael Bohm

  3. Manfred König Antworten

    Ich kann mich den gelisteten Meinungen nur anschliessen.
    Gleichstellung beginnt im Kopf der Menschen Worte werden nicht helfen.
    Die Bibel gibt eine klare Aussage zur Gleichstellung wenn man nicht versucht einzelne Verse aus dem Zusammenhang zu reissen.

    Manfred König

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