Was ist Wahrheit?
Die Frage, die Pilatus Jesus vor knapp 2000 Jahren stellte, ist heute aktueller denn je.
Gerade durch Social Media überrollt uns eine Flut an Informationen. Was davon wahr ist, lässt sich immer schwerer sagen.
Um Falschnachrichten (oder Fake News) unter Kontrolle zu bekommen, gibt es zum Beispiel sogenannte Faktenchecker. Aber – wer fakt-checkt die Faktenchecker?

Auch Zensur und Kontrolle von Social Media wird immer wieder diskutiert, oder sogar schon umgesetzt.
Aber wer bestimmt, was zensiert wird? Was ist von der Meinungsfreiheit gedeckt - und was nicht?
Des Deutschen liebste Informationsquelle war eigentlich seit jeher die Tagesschau.
Aber auch etablierte und seriöse Informationsquellen haben so ihre Schwierigkeiten.
Die Berichterstattung über die Krisen unserer Zeit – wie Flüchtlingswellen, Corona oder Kriege – hat den Journalismus in eine Vertrauenskrise geführt. Zu nah am politischen Mainstream, zu einseitig, zu links.
Auch die Politik trägt ihren Teil zu diesem Klima des Misstrauens bei. Friedrich Merz konnte kaum die Vereidigung als Bundeskanzler abwarten, um die ersten Wahlversprechen wieder einzukassieren.
Und der mächtigste Mann der Welt, Donald Trump, lügt im Grunde genommen, sobald er den Mund aufmacht. Sein Credo: Nicht die Fakten an sich zählen, sondern das Selbstbewusstsein, mit dem sie vorgetragen werden.
Besonders verwirrend ist dabei:
Kein politisches Lager hat ein Abo auf die Wahrheit – Fake News gibt es von ALLEN Seiten.
Je größer das Chaos, desto stärker die Sehnsucht des Menschen nach einfachen Antworten. Die gibt es aber nicht in einer zunehmend komplexen Welt.
Wie schwierig die Suche nach Wahrheit mitunter sein kann, zeigt sich am Streit zwischen Daniel Günther – bzw. Markus Lanz – und dem Nachrichtenportal NiUS, das vom ehemaligen BILD-Chef Julian Reichelt geführt wird.
Was war passiert?
Daniel Günther, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, war zu Gast in der Talkshow von Markus Lanz.
Es ging unter anderem um die Gefahr von Social Media für Jugendliche und darum, dass Günther populistische Portale wie NiUS sehr kritisch sieht.
Streit entzündete sich vor allem an einer Szene, in der Lanz Günther fragt, ob er für Zensur ist. Günther bejaht.
Aber meinte er damit wirklich NiUS?
So sah es jedenfalls das Nachrichtenportal selbst und veröffentlichte einen entsprechenden Videoausschnitt als Beweis.
Schauen wir uns das Original und das Video von NiUS im Vergleich an:
Wir sehen: das Video von NiUS wurde irreführend zusammengeschnitten.
ABER: Haben Günther und Lanz deswegen Recht, wenn sie jegliche Vorwürfe als Fake News zurückweisen?
NEIN.
Denn die fragliche Szene steht sehr wohl im Kontext von Aussagen über NiUS. Zum Zeitpunkt der Frage geht es schon zwei Minuten nicht mehr um Social Media.
Das scheint auch Markus Lanz aufzufallen, weshalb er hier so irritiert nachfragt.
Günther lässt außerdem keinen Zweifel an seiner Abscheu für NiUS.
“Und es gibt Abgeordnete in meiner Union, die solche Portale lesen, die sowas teilweise auch weiterschicken, die sowas in WhatsApp-Gruppen verteilen. Und ich glaube, wir müssen viel, viel mehr aufwachen, dass das unsere Gegner und die Feinde der Demokratie sind.”
“Und wenn ich mir NiUS-Artikel angucke, mit denen ich irgendetwas zu tun habe, kann ich nur sagen: Da stimmt in der Regel nichts drin. Das ist vollkommen faktenfrei, was an der Stelle gemacht wird.”
Wir fassen einmal kurz zusammen:
Hat Daniel Günther wörtlich gesagt, dass man NiUS verbieten oder zensieren soll? Nein.
Steht seine Aussage in einem zumindest missverständlichen Zusammenhang? Ja.
Würde er NiUS am liebsten verbieten? Sehr wahrscheinlich.
Unterm Strich kommt keiner der Beteiligten besonders gut weg.
Lanz tut so, als hätte es überhaupt keine brisanten Aussagen gegeben.
Dabei hat er wohl persönlich bei Julian Reichelt angerufen, um sein Bedauern über die Aussagen von Günther zum Ausdruck zu bringen:
Die Aussagen von Daniel Günther sind problematisch, vor allem in seiner Rolle als Ministerpräsident.
Man kann NiUS vorwerfen, dass sie mehr Aktivismus als Journalismus betreiben, Themen aufbauschen und Fakten einseitig interpretieren.
Aber deswegen ist das Portal nicht demokratiefeindlich oder gar faktenfrei.
Wenn ein Politiker Journalisten den Journalismus abspricht, sollte er es entweder gut begründen oder ganz sein lassen.
Und NiUS bekleckert sich auch nicht mit Ruhm, das hatten wir ja gerade schon.
Was ist also Wahrheit und wie kann man sie heute finden?
Es gibt ein paar einfache Grundregeln.
- Mehrere Quellen prüfen – berichten andere Medien dasselbe? Eine Quelle alleine reicht oft nicht, besonders wenn es um Behauptungen aus dubiosen telegram-Kanälen geht.
- Social Media kritisch betrachten – oft werden Inhalte verkürzt wiedergegeben. Außerdem sind immer mehr KI-generierte Videos im Umlauf.
- KI-Inhalte hinterfragen – Künstliche Intelligenz ist nicht immer eine gute Quelle. Antworten können frei erfunden oder je nach Fragestellung völlig unterschiedlich sein.
- Datum und Kontext prüfen - ist der Artikel aktuell? Oft werden Nachrichten aus dem Kontext gerissen
- Auf sprachliche Seriosität achten – oft ist Vorsicht geboten, wenn eine Nachricht die Emotionen stark anspricht. Falschnachrichten sind außerdem oft unsauber formuliert und enthalten viele Ausrufezeichen oder Großbuchstaben
Aber – selbst wenn wir das alles beachten, können wir uns (als Menschen) der Wahrheit höchstens annähern.
Als Christen haben wir zudem noch eine besondere Sicht auf die Dinge. Das zunehmende Chaos und die Verwirrung in der Welt kommen für uns nicht überraschend.
Die Bibel beschreibt die von Gott abgefallene Welt als Babylon, das heißt übersetzt “Verwirrung”.
Doch sie benennt nicht nur das Problem, sondern weist auch auf die Lösung hin:
“ICH bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.”, sagt Jesus Christus.
Wenn wir uns im Glauben an ihn wenden und eine starke Beziehung zu unserem Heiland aufbauen, brauchen wir uns vor den Wirren der letzten Tage nicht zu fürchten.
“Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.”
Matthäus 28, 20
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