Karneval ist vorbei. Es wurde getanzt, gefeiert und es wurden Unmengen an Alkohol konsumiert. Mehr als 100 Liter Bier trinkt der Durchschnittsdeutsche im Jahr. Verrechnet mit Wein und Spirituosen ergibt das mehr als 11 Liter reinen Alkohol. Das ist fast doppelt so hoch wie der von der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, angegebene weltweite Pro-Kopf-Konsum, der bei etwa 6 Litern liegen soll.

Dennoch gilt es in Deutschland noch immer als normal, Alkohol zu trinken. Besonders zur Karnevalszeit scheinen Alkoholexzesse für viele ein Kulturgut zu sein. Von einem Werbeverbot für Deutschlands Lieblingsdroge ist die Politik entsprechend weit entfernt.

Dabei ist bei kaum einem Thema die Sorglosigkeit weniger angebracht als beim Konsum von Alkohol. Jährlich, so schätzt die WHO, sterben rund 3,3 Millionen Menschen in Folge dessen. Alkohol wird von der WHO mit mehr als 200 Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Alkohol ist ein Zellgift und seine Auswirkungen auf Körper und Psyche sind verheerend. Das ist der Mehrheit der Konsumenten bekannt. Was den einen oder anderen jedoch überraschen könnte: Problematisch ist der Alkohol nicht nur für Suchtkranke oder Rauschtrinker. Selbst in kleinen Mengen kann der Alkohol schwere Schäden anrichten. Zu diesem Schluss kam das internationale medizinische Fachjournal The Lancet in einer Studie aus dem Jahr 2018. Demnach führe jede noch so geringe Menge Alkohol zu einem Verlust an gesunden Lebensjahren. Dr. Emmanuela Gakidou, federführende Autorin der Studie, erklärt:

„Unsere Ergebnisse stimmen mit den neuesten Forschungsergebnissen überein, die auf eine klare und überzeugende Korrelation zwischen Alkoholkonsum und vorzeitiger Mortalität, Krebs und Herz-Kreislauf-Problemen hindeuten. Bei einem vollständigen Verzicht auf Alkohol minimiert sich das Gesamtrisiko für Gesundheitsschäden.“

Auch mit Mythen über vermeintlich gesundheitsfördernde Eigenschaften des Alkohols räumt die WHO auf. „Die schädlichen Auswirkungen von Alkoholkonsum“, so versichert die Weltgesundheitsorganisation, „übersteigen jegliche Schutzwirkung bei weitem“. Es sei „wissenschaftlich belegt, dass ein vollständiger Verzicht auf Alkohol aus gesundheitlicher Sicht bei weitem am besten ist“. Ein „unbedenkliches Maß für den Alkoholkonsum“ könne es daher nicht geben.

Aller wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Trotz, sind es nur wenige, die sich bewusst für eine vollständige Abstinenz von Alkohol entscheiden. Zu ihnen gehören beispielsweise die Siebenten-Tags-Adventisten, eine christliche Freikirche, in der Mäßigkeit und eine gesunde Lebensweise einen hohen Stellenwert genießen. Dies fördert nicht nur ihre nachgewiesene körperliche Gesundheit, sondern ebenso einen wachen Geist und ein verlässlicheres Urteilsvermögen.

Dass Adventisten auf Alkohol verzichten, geht auf das 19. Jahrhundert zurück, als es noch keine WHO gab, die in Studien die Gefahr des Alkohols nachwies. Die Entscheidung der Adventisten fußt auf den uralten Ratschlägen der Bibel, die sich mit den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen decken. Schon der weise König Salomo rät dringend ab von alkoholischen Getränken:

Sieh den Wein nicht an, wie er so rot ist und im Glase so schön steht: Er geht glatt ein, aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter. Da werden deine Augen seltsame Dinge sehen, und dein Herz wird Verkehrtes reden, und du wirst sein wie einer, der mitten im Meer schläft, und wie einer schläft oben im Mastkorb.

Sprüche 23,31-34

Der Wein macht zum Spötter, das starke Getränk macht wild, und keiner, der sich damit berauscht, wird weise.

Sprüche 20,1

Wer bereit ist, auf Alkohol und andere Suchtmittel zu verzichten, wird sowohl kurz- als auch langfristig einen weitaus größeren Nutzen daraus ziehen als durch die vermeintliche, kurzweilige Freude am starken Getränk.

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