Glücksgefühle – Vom kurzen Kick zum wahren Glück
Alle suchen es, alle wollen es: glücklich sein. Dabei hat jeder seine eigenen Vorstellungen: Es mag der Wunsch nach einem liebevollen Partner oder dem Aufstieg auf der beruflichen Karriereleiter sein. Vielleicht ist es der Traum, ferne Länder zu bereisen, sportliche Erfolge zu erringen oder hohe und schwierige Berge zu erklimmen. Wieder andere sehnen sich nach Gesundheit und wären glücklich, wenn sie in der Lage wären, ein ganz normales Leben ohne größere körperliche Einschränkungen führen zu können.

Während die oben genannten Vorstellungen vom Glücklichsein eher langfristige und dauerhafte Ziele beinhalten, sieht der Alltag für viele ganz anders aus. Da ist es nicht selten die Suche nach dem kurzen Kick, die Glück verspricht. In diesem Zusammenhang ist oft von dem Glückshormon Dopamin die Rede, das zu den sogenannten Neurotransmittern gehört und als Botenstoff vorwiegend im Nervensystem eine Rolle spielt. Wird Dopamin, das ein wichtiger Teil unseres Belohnungssystems ist, ausgeschüttet, „erleben wir kurzfristig Glücksgefühle“, zitiert die SZ Steffen Häfner, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. „Solche Reize, die unsere Dopamin-Ausschüttung anregen, müssen nicht zwangsläufig vom Bildschirm des Smartphones stammen. Auch der Schokoriegel oder der Kaffee zwischendurch wirken so im Gehirn.“
Was auf den ersten Blick positiv aussehen könnte – denn was sollte man gegen Glücksgefühle einwenden wollen? – ist es auf den zweiten durchaus nicht immer. Denn der Glückskick, der schnell entsteht, ist genauso schnell auch wieder verpufft. „Zu viel des Guten kann Schaden anrichten. Und zwar dann, wenn wir unser Gehirn mit so vielen Reizen fluten, dass es zu einer Dauerstimulation kommt. Dann kann die hohe Menge Dopamin psychische Belastungen wie Stress, innere Unruhe oder Konzentrationsprobleme verstärken“, wird Steffen Häfner weiter zitiert.
In diesem Zusammenhang machte der NDR 2025 auf eine Studie des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung in Köln aufmerksam. Diese konnte zeigen, „dass sich das Gehirn durch den regelmäßigen Konsum von stark fett- und zuckerhaltigen Lebensmitteln verändert. Die Folge: Es befiehlt uns quasi, die ungesunden Lebensmittel zu bevorzugen. Wir wollen mehr davon. Das ist fatal, denn wir können uns nur schwer gegen dieses erlernte Verlangen wehren.“
Und so sieht man die versammelten Glückssucher allesamt bei McDonald’s fett- und zuckerreich schmausend und glücklich auf Social Media unterwegs. Zum ganz allgemeinen Medienverhalten schreibt ActionRehab: „Im Oktober 2023 gab es weltweit über 4,95 Milliarden aktive Social-Media-Nutzer – mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Sie verbringen durchschnittlich 145 Minuten täglich online, was 2,4 Stunden entspricht.“
Eine kürzlich im renommierten Fachjournal BMC Medicine veröffentlichte Studie unter Federführung von Prof. Dr. Christoph Pieh geht von einer noch viel höheren Gesamtnutzung des Smartphones aus. Hier wurde nachgewiesen, „dass eine Reduktion der Smartphone-Nutzung auf unter zwei Stunden pro Tag zu einer signifikanten Verbesserung der psychischen Gesundheit führen kann. Es konnte ein klarer kausaler Zusammenhang zwischen Handynutzung und psychischem Wohlbefinden nachgewiesen werden. In der randomisierten kontrollierten Studie wurde die tägliche Smartphone-Nutzung einer Gruppe auf maximal zwei Stunden beschränkt, während die Kontrollgruppe ihre durchschnittliche Nutzung von 4,5 Stunden beibehielt. Die Ergebnisse sind eindeutig: Nach drei Wochen verbesserte sich das Wohlbefinden deutlich. Depressive Symptome gingen um 27 Prozent zurück, Stress nahm um 16 Prozent ab, die Schlafqualität stieg um 18 Prozent und das allgemeine Wohlbefinden um 14 Prozent.“
Statt Instagram, TikTok und zucker- und fetthaltiger Nahrung empfiehlt Dr. Ana Weidenauer, Dopaminforscherin an der Medizinischen Universität Wien, Sport, Schlaf und ausgewogene Ernährung. Und auch die Bibel schweigt nicht zum Thema Glück, sondern hat im Gegenteil einiges beizutragen: Im Alten Testament wird die Hinwendung zu Gott und das Halten seiner Gebote als Quelle wahren Glücks beschrieben (5. Mose 30,8–10). Josef und Hiskia werden als glücklich beschrieben, weil sie eng mit Gott verbunden waren und Gott sie deshalb besonders segnen konnte (1. Mose 39,2; 2. Chronik 32,30). Das Neue Testament zitiert Jesus mit den bekannten Seligpreisungen. Als glücklich oder glückselig werden diejenigen bezeichnet, die nach himmlischen Prinzipien leben.
Entscheiden Sie sich für den Dopamin-Kick und ein kurzfristiges Glücksgefühl mit am Ende zerstörerischen Auswirkungen oder für echtes, andauerndes, tiefes Glück, das seine Wurzeln im Himmel hat und bis in die Ewigkeit reicht? Wir wünschen Ihnen für Ihre Entscheidung Gottes reichen Segen und Kraft vom Himmel, um die eine oder andere schädliche Gewohnheit zu überwinden und das wahre Glück zu ergreifen!
StpH, 24.02.2026